Umfrage: Fast jeder fünfte Verbraucher hängt in ungewollten Verträgen fest

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Deutschland,

Ungewollte Verbraucherverträge und teure automatische Verlängerungen sind für zahlreiche Verbraucher in Deutschland ein Problem: 19 Prozent von ihnen hatten zuletzt mindestens einen Vertrag, den sie gar nicht abschliessen wollten, wie aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) hervorgeht.

Viele Verbraucher sind in ungewollten Verträgen gefangen
Viele Verbraucher sind in ungewollten Verträgen gefangen - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Jeder vierte berichtet von teils teuren Vertragsverlängerungen wider Willen.

Insgesamt 24 Prozent waren demnach von unbeabsichtigten Vertragsverlängerungen betroffen.

In sechs von zehn Fällen entstand den Verbrauchern durch eine solche Verlängerung laut vzbv ein finanzieller Nachteil: Diese Betroffenen zahlten dafür im Schnitt 335 Euro in zwei Jahren. Der vzbv hatte insgesamt 1000 Erwachsene repräsentativ zu Verbraucherverträgen befragen lassen.

«Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung Verbraucher besser vor teuren Kostenfallen wie ungewollten Verträgen für Handy, Strom oder Streamingdienste schützt», erklärte Verbandsvorstand Klaus Müller und verwies dabei auch auf finanzielle Engpässe vieler Haushalte in der Corona-Krise. Die Regierungskoalition solle ihre «Auseinandersetzungen rund um das Faire-Verbraucherverträge-Gesetz deshalb beilegen und das Gesetz noch in dieser Legislatur verabschieden», forderte Müller. «Dies würde viele Menschen entlasten und gleichzeitig die Wirtschaft durch mehr Wettbewerb stärken.»

Das von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) geplante «Gesetz für faire Verbraucherverträge» steckt seit Monaten in der Ressortabstimmung mit dem Bundeswirtschaftsministerium fest. Lambrecht will festschreiben, dass beispielsweise Energieversorger, Fitnessstudios und Telekommunikationsunternehmen nur noch Neuverträge mit einer maximalen Laufzeit von zwölf Monaten abschliessen dürfen. Eine automatische Verlängerung soll nur für drei Monate erlaubt sein, die Kündigungsfrist nur noch einen Monat betragen. Insbesondere die geplante Maximallaufzeit stösst auf Widerstand in der Union.

Müller nannte es «ärgerlich und unnötig», dass Anbieter Vertragsabschlüsse einfach gestalteten, es ihren Kunden aber «bei Kündigungen und Widerrufen oft sehr schwer» machten. Die Verbraucher wünschten sich «einfache und rechtssichere Lösungen wie einen Kündigungsbutton oder ein Widerrufsrecht bei Vertragsabschlüssen im Laden». Laut der vzbv-Umfrage hatten 23 Prozent der Befragten schon einmal Probleme beim Widerruf eines Vertrags. Acht Prozent berichteten, der Anbieter habe behauptet, ihren Widerruf nicht erhalten zu haben.

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