UBS

UBS-Spitze erhält an GV Rückenwind für Kritik an Bundesratsplänen

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Basel,

Die UBS-Spitze hat an der GV Unterstützung für ihre harsche Kritik an den Plänen des Bundesrats zur Verschärfung der Kapitalvorschriften bekommen. Die neuen Regeln würden die Wettbewerbsfähigkeit der einzigen verbliebenen Schweizer Grossbank erheblich beeinträchtigen. Die UBS-Spitze drohte implizit mit Konsequenzen.

UBS Keller-Sutter
Die UBS-Spitze kritisiert die Pläne von Karin Keller-Sutter. - keystone

Die geplanten Kapitalvorschriften für die Grossbank seien nicht akzeptabel, sagte UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher am Mittwoch vor gut 1100 Aktionären in Basel. Die neuen Regeln der Regierung würden erfordern, dass die UBS zusätzliches hartes Kernkapital (CET1) von rund 22 Milliarden US-Dollar halte. Dies würde zu einer CET1-Kapitalquote von rund 18,5 Prozent auf Gruppenstufe führen.

«Diese CET1-Kapitalquote liegt um rund 50 Prozent höher als bei unseren wichtigsten Mitbewerbern und bereitet uns erhebliche Sorgen», sagte Kelleher. «Wir haben kürzlich erlebt, was hohe Zölle bedeuten können. Stellen Sie sich vor, andere Schweizer Industrien müssten mit um 50 Prozent höheren Zöllen arbeiten als ihre internationalen Wettbewerber.» Das wäre laut ihm ein erheblicher Wettbewerbsnachteil und würde das Geschäftsmodell der UBS grundlegend beeinträchtigen.

Seit der globalen Finanzkrise 2008 habe die Grossbank ihre Bilanz erheblich verkleinert. Die kombinierte Bilanzsumme von UBS und Credit Suisse sei um mehr als zwei Drittel gesunken, sagte der Verwaltungsratspräsident.

Zudem habe die UBS ihr Risikoprofil reduziert, indem sie den Fokus auf die Vermögensverwaltungsaktivitäten und die Schweizer Universalbank gelegt habe – beides «stabile und risikoarme Geschäftsbereiche». Überdies habe man die Investmentbank massiv verkleinert.

«Lassen Sie mich unmissverständlich festhalten: Wir wollen unseren Hauptsitz in der Schweiz behalten», sagte der UBS-Präsident. «Wir haben stets eine konstruktive Lösung gesucht und tun dies auch weiterhin.»

Die UBS sei bereit, eng mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD), der Schweizerischen Nationalbank (SNB), der Finanzmarktaufsicht Finma sowie dem Parlament an einer pragmatischen Regulierungsagenda zusammenzuarbeiten. «Ziel muss es sein, die Finanzstabilität zu festigen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken», sagte Kelleher. Dafür brauche es eine «gezielte, verhältnismässige und international abgestimmte Regulierung».

Gleichzeitig machte der Ire an der UBS-Spitze Druck auf die Schweizer Regierung: «Es ist unsere Pflicht, geeignete Optionen sorgfältig zu prüfen, um die negativen Folgen dieser extremen Vorschläge so weit wie möglich zu begrenzen.»

Vor diesem Hintergrund und angesichts des wachsenden Drucks der Märkte und der Aktionäre könnten wichtige geschäftliche Entscheidungen bald unausweichlich werden, sagte Kelleher: «Ich möchte noch einmal betonen: Wir streben weiterhin eine gangbare Lösung an.» Zugleich halte man am erfolgreichen und bewährten Ausbau der Vermögensverwaltung fest. «Eine Schrumpfung unserer wertschöpfenden Geschäftsbereiche schliessen wir aus.»

Für ihre Aussagen erhielten Kelleher und UBS-Chef Sergio Ermotti Rückendeckung von verschiedenen Aktionären am Rednerpult. Die künftige Regulierung müsse die Lehren aus der Vergangenheit ziehen, ohne übers Ziel hinauszuschiessen, sagte ein Personalvertreter.

Die Vizepräsidentin des Bankpersonalverbands, Natalia Ferrara, sah die Schuld am Untergang der Credit Suisse auch bei Regierung und Behörden: Bundesrat und Finma seien mitverantwortlich für das Aus der zweitgrössten Schweizer Bank, die im März 2023 von der UBS übernommen werden musste. Statt die geltenden Regeln durchzusetzen, hätten sie der CS exzessive Ausnahmen gewährt.

«Zuerst sollte umgesetzt werden, was es schon gibt», sagte Ferrara: «Neue Regeln sollten adäquat sein, aber auch die Behörden sollten bei der Umsetzung adäquat sein.» Die Schweiz könne es sich nicht leisten, die letzte Grossbank durch einen Wegzug ins Ausland zu verlieren.

Auch für alle anderen Anliegen erhielt die UBS-Spitze Rückendeckung durch die Aktionäre. Sämtliche Traktanden des Verwaltungsrats wurden sehr deutlich mit Zustimmungsquoten von meist über 90 Prozent angenommen.

Kommentare

User #1518 (nicht angemeldet)

Bitte geht. Am besten in die USA. Da könnt ihr machen was ihr wollt. Sie retten euch halt dann auch nicht den Arsch.

User #5559 (nicht angemeldet)

das war ja zu erwarten

Weiterlesen

Tauben
10 Interaktionen
Tauben-Tötung
patrick fischer
3'785 Interaktionen
Vorbestraft

MEHR UBS

UBS
Vom Verwaltungsrat
Colm Kelleher
7 Interaktionen
Basel
3 Interaktionen
Zürich
ubs
Gegen UBS

MEHR AUS STADT BASEL

3 Interaktionen
Ankunft Ende Mai
1 Interaktionen
Basler Gartenbäder
erni maissen fc basel
31 Interaktionen
Maissen-Kolumne
FC Basel Kabine Brand
31 Interaktionen
Totalschaden droht