Die Tourismus-Branche schaut an der Jahresmedienkonferenz optimistisch in die Zukunft und berichtet auch von einem guten Start in die aktuelle Wintersaison.
Videobilanz von Hotellerie Suisse zum Jahr 2021.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweizer Tourismusbranche soll 2023 wieder das Vorkrisen-Niveau erreichen.
  • Tourismus Schweiz berichtet auch von einem guten Start in die Wintersaison.
  • Im letzten Jahr hätten der Schweiz noch rund ein Viertel der Logiernächte gefehlt.

Der Schweizer Tourismus litt stark unter den Folgen des Coronavirus. Im Jahr 2020 gingen die Logiernächte im Vergleich zum Vorjahr um ganze 40 Prozent zurück.

Im letzten Jahr konnte sich die Branche leicht erholen. Von Januar bis Dezember wurden hierzulande gut 29,4 Millionen Logiernächte registriert – ein Zuwachs von 24 Prozent. Allerdings ist man noch weit entfernt vom Vorkrisen-Niveau.

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So haben sich die Übernachtungszahlen in der Schweiz in den letzten drei Jahren verändert. - Nau.ch

An der Jahresmedienkonferenz schaut «Schweiz Tourismus» optimistisch in die Zukunft. Einer der Gründe ist die «Begeisterung der Schweizerinnen und Schweizer für Ferien im eigenen Land.» Im letzten Jahr sei in dieser Hinsicht ein Allzeitrekord verzeichnet worden.

Ausserdem würden die neuen Lockerungen der Corona-Regeln grosse Zuversicht geben. «Einem wieder etwas besseren Jahr mit bunter Gästevielfalt steht nichts mehr im Weg», teilt der Verband mit.

Gut in der Wintersaison unterwegs

Schweiz Tourismus habe letzte Woche bei der Tourismusbranche den Puls gemessen und nach dem bisherigen Verlauf der Wintersaison gefragt. Dank sehr guten Schnee- und Wetterbedingungen in den letzten Wochen habe man im Moment rund 25 Prozent mehr Übernachtungen als im Vorjahr – bei den Frequenzen dürften es sogar 35 Prozent sein.

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Schweizer Urgestein: Rund um das Matterhorn können Wintersportbegeisterte Ski fahren. - Jakub Polomski/Zermatt Bergbahnen/dpa-tmn

Die Umsätze europäischer Gäste aus Grossbritannien, Deutschland und Italien hätten sich in den ersten sieben Wochen des Jahres gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Insgesamt hätten die Kreditkartenumsätze in dieser Periode sogar um rund 80 Prozent zugelegt. «Die Branche ist somit in diesem Winter bisher gut unterwegs», so das Fazit von Hotellerie Suisse.

Der Start in die Saison sei jedoch chaotisch verlaufen, wegen Personalengpässen aufgrund von Quarantäne- und Isolationsregelungen. Auch die komplizierten Abläufe aufgrund der sich stetig ändernden Vorschriften rund um die Covid-Zertifikate hätten für Mehraufwand gesorgt.

Weitgehende Erholung bis 2023

Man könne keine Pauschalbeurteilung machen, sagt «Hotellerie Suisse»-Präsident Andreas Züllig. In grossen Städten hätten im letzten Jahr weiterhin die Hälfte der Gäste gefehlt. Schweizweit hingegen seien 75 Prozent der Logiernächte im Vergleich zum Vorkrisenniveau verzeichnet worden.

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Andreas Züllig, Präsident von Hotelleriesuisse, spricht an einer Medienkonferenz von Schweiz Tourismus. - Keystone

«Trotz dieser dramatischen Entwicklung verzeichnete die Branche deutlich weniger Konkurse, als in der ersten Phase der Pandemie befürchtet wurde. Finanzielle Hilfestellungen wie Kurzarbeitsentschädigung und Härtefallhilfen haben ihren Teil dazu beigetragen, die Diversität und Vielfalt der Schweizer Hotellerie über die Krise hinweg zu erhalten.»

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Für das laufende Jahr erwartet der Verband eine weitere Verbesserung der Logiernächte auf 84 Prozent des Niveaus von 2019. Im nächsten Jahr soll das Vor-Corona-Niveau wieder erreicht werden.

Unsicherheit durch Ukraine-Krieg

«Die Freude am heutigen Tag ist stark getrübt durch die tragische Situation in der Ukraine», sagte Martin Nydegger, Direktor von «Schweiz Tourismus», an der Medienkonferenz.

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Martin Nydegger, Chef von Schweiz Tourismus. (Archiv) - Keystone

Die Eskalation könne auch negative Auswirkungen auf den Schweizer Tourismus haben. Zahlungskräftige Gäste aus Russland würden mit 360'000 Übernachtungen pro Jahr einen wichtigen Teil ausmachen. Wichtiger sei jedoch die Unsicherheit, die dazu führen könnte, dass Touristen aus Angst Europa meiden. Ausserdem seien bereits die Ölpreise gestiegen, was etwa zu steigen Flugpreisen führe.

Durch die Resilienz der Branche sei Nydegger jedoch zuversichtlich. «Im Tourismus ist immer was: Sei es ein Vulkan, ein Virus oder ein Konflikt.» Doch gerade deswegen könne dieser Wirtschaftszweig gut mit solchen Situationen umgehen.

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