Telekomkonzerne reagieren unterschiedlich auf Mobilfunkauktion
Die Telekomkonzerne reagieren unterschiedlich auf die Regeln zur kommenden Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen: Sunrise kritisiert den Mindestpreis als zu hoch. Die Swisscom hätte eine Verlängerung bevorzugt. Und von Salt war noch kein Kommentar erhältlich: Die Analyse laufe noch, hiess es.

Sunrise fand indes klare Worte: «Wir halten die Gesamtsumme der Mindestgebote mit rund 854 Millionen Franken weiterhin für viel zu hoch», sagte ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Die Mindestpreise lägen deutlich über vergleichbaren Werten in Europa und auch deutlich über den Werten der letzten Schweizer Auktion von 2019.
«Das Geld geht in die Bundeskasse, wird aber den Anbietern als Investitionsmittel für den Ausbau der Netze und Innovationen entzogen», sagte der Sprecher. Das fehlende Geld werde den Wettbewerb zum Nachteil von Wirtschaft und Gesellschaft eher schwächen als verstärken.
Im Vergleich zum ursprünglichen Entwurf habe die Eidgenössische Kommunikationskommission auch das Verfahren angepasst: Anstelle eines zweistufigen Verfahrens mit faktischen Mindestreservierungen für alle Anbieter gelte neu ein einstufiges Verfahren ohne solche Reservierungen.
Die Senkung der Gesamt-Bietbeschränkung und neue Bietbeschränkungen in den einzelnen Frequenzbändern seien zwar ein Schritt in die richtige Richtung, gingen aber nicht weit genug, sagte der Sprecher. «Das neue Design begünstigt strukturell tendenziell den Anbieter mit dem grössten bestehenden Frequenzbestand, weil dieser durch den Wegfall der Mindestreservierungen mehr Flexibilität erhält, seinen Bestand weiter auszubauen.»
Anbieter mit kleineren Beständen müssten dagegen ohne geschützte Grundausstattung um grössere Frequenzpakete konkurrieren als ursprünglich vorgesehen. «Damit besteht weiterhin das Risiko, dass die historisch gewachsenen Unterschiede bei den Frequenzbeständen nicht verringert, sondern für weitere 15 Jahre zementiert werden», sagte der Sunrise-Sprecher.
Die Swisscom nimmt die Eröffnung der Ausschreibung für die Vergabe der Mobilfunkfrequenzen zur Kenntnis: «Wir hätten eine Verlängerung bevorzugt. Die Auktionsbedingungen erlauben es aber allen Teilnehmern, ihr heutiges Spektrum wieder zu erwerben», sagte ein Swisscom-Sprecher.
Weitere Aussagen zur Ausschreibung liessen sich zurzeit nicht machen. Man werde die Details der Ausschreibungsunterlagen prüfen, sagte der Sprecher.






