Technologiekonzern Hitachi baut Hauptsitz in Otelfingen ZH

Das Buhlen um Hitachi Energy hat ein Ende: Der international tätige Technologiekonzern baut seinen neuen Schweizer Hauptsitz in Otelfingen im Kanton Zürich. Die Nachbargemeinde Wettingen im Aargau geht leer aus.

Hitachi
Der Technologiekonzern Hitachi zieht nach Otelfingen – nicht nach Wettingen im Aargau. - keystone

«Willkommen Hitachi in Otelfingen», heisst es am Donnerstag auf der Internetseite der Gemeinde. Der Gemeinderat Otelfingen freue sich ausserordentlich über den heutigen Entscheid von Hitachi, schreibt dieser schliesslich in einer Medienmitteilung zum Standortentscheid.

Mit dem Entscheid ist das lange Rätselraten um die Standortfrage nun beendet: Hitachi bezieht in Otelfingen das ehemalige Jelmoli-Verteilzentrum sowie angrenzende Areale. Insgesamt sind es 11 Hektaren. Geplant sind dort 3000 Arbeitsplätze.

Die Ansiedlung der Energie-Sparte von Hitachi markiere einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte von Otelfingen – vergleichbar mit der Ansiedlung von Jelmoli in den 1960er-Jahren, schreibt die Gemeinde.

Die Gemeinde Wettingen hatte sich ebenfalls für den Zuschlag beworben und auf neue Steuereinnahmen gehofft. Diese fliessen nun aber in den Nachbarkanton Zürich, der allerdings höhere Unternehmenssteuern aufweist.

In einer Medienmitteilung bedauert die Gemeinde Wettingen, dass die Ansiedlung nicht auf ihrem Gemeindegebiet erfolgt. Ausschlaggebend für den Standortentscheid seien unter anderem die bestehende S-Bahn-Haltestelle in Otelfingen, die geplante Etappierung des Bauprojekts sowie die Risikoabwägung zwischen der Umnutzung bestehender Bausubstanz und einem kompletten Neubau gewesen. Das über 300 Meter lange Lagergebäude steht teils unter Schutz.

Der Techkonzern selber verkündete am Donnerstag auf dem Businessnetzwerk Linkedin: Die Schweiz bleibe ein entscheidendes Zentrum für die Weiterentwicklung der Technologien und des Fachwissens, die zur Modernisierung und Skalierung von Energiesystemen erforderlich seien. «Heute haben wir einen wichtigen Meilenstein in der Schweiz erreicht und den Standort für unseren zukünftigen Campus bestätigt.»

Im Kanton Aargau wird nachdem Entscheid von Hitachi die eingeleitete Anpassung des Richtplans, die mit Hochdruck durch die Instanzen gehen sollte und nicht überall unbestritten war, hinfällig. Dies war von Anfang an so vorgesehen. Damit bleibt das Gebiet «Tägerhardächer» in Wettingen in der Landwirtschaftszone. Aktuell bestünden keine weiteren Planungen für eine Entwicklung dieses Gebiets, schreibt die Gemeinde.

Mit dem Standortentscheid werde der heutige Hitachi-Standort in Wettingen bestehen bleiben, heisst es weiter. Betroffen seien im Kanton Aargau die Standorte Baden, Dättwil, Seon und Turgi, die am neuen Standort in Otelfingen zusammengeführt werden sollen.

Hitachi Energy war Mitte 2021 gegründet worden und ging aus einem Jointventure von Hitachi und ABB Power Grids hervor. Ende 2022 veräusserte ABB seine verbleibende Beteiligung an dem Joint Venture und Hitachi Energy ging vollständig an den japanischen Industriekonzern Hitachi Ltd. über.

Kommentare

User #5601 (nicht angemeldet)

Und versteuert in ZUg . Find ich toll .

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