Neue Armbrust-Schützenkönigin kommt aus dem Kanton Zürich!
Joëlle Baumgartner vom ASV Rümlang schrieb Geschichte. Als erst zweite Frau gewann sie am Eidgenössischen Armbrustschützenfest den König-Titel.

Mit dem Schützenkönig Ausstich wurde vor einer Woche der letzte Wettkampf des Eidg. Armbrustschützenfestes (EASF), das vom 9. bis 19. Juli in Weesen zu Gast war, ausgetragen.
Joëlle Baumgartner (ASV Rümlang) zeigte dabei Nerven aus Stahl, legte eine beeindruckende Leistung hin und holte sich Gold.
Nachdem sich Joëlle Baumgartner vor vier Jahren am letzten Eidg. Armbrustschützenfest in Neuwilen/TG mit dem zweiten Platz in der Schützenkönig-Konkurrenz zufriedengeben musste, war für sie klar, auf welches konkrete Ziel sie hinarbeiten wollte.

«Neben dem Gewinn des Gesamt-Weltcups fehlt mir ein weiterer Titel, den ich unbedingt in mein Palmarès aufnehmen will – und dies ist die Auszeichnung zur Schützenkönigin am Eidg. Armbrustschützenfest», erklärte Baumgartner in einem Interview kurz vor Festbeginn.
Und dieses Ziel hat sie mit einer beinahe nicht zu überbietenden Leistung erreicht.
Schon beinahe Tradition
Der Schützenkönig-Titel an einem Eidg. Armbrustschützenfest ist in Rümlang schon beinahe zur Tradition geworden. Joëlle Baumgartner ist bereits die vierte Rümlanger Armbrustschützin, die diesen Titel nach Rümlang holt.
Den Siegerreigen eröffnete der Rümlanger Peter Hinnen 1981 am 16. Eidg. Armbrustschützenfest in Ringgenberg. Der damals 26-jährige Hinnen war zu seiner Zeit kein Überraschungssieger und gehörte in den 70er- und 80-Jahren zu den besten Armbrustschützen in der Schweiz.
35 Jahre später, am 23. Eidg. Armbrustschützenfest in Zürich, fand der Schützenkönigtitel mit dem damals 28-jährigen Jürg Ebnöther zum zweiten Mal den Weg nach Rümlang.
Vor sieben Jahren führte der damals 38-jährige Renato Harlacher am 24. Eidg. Armbrustschützenfest in Ringgenberg den Siegesreigen fort und brachte den Schützenkönig-Titel bereits zum dritten Mal in die Flughafengemeinde.
Den (vorläufigen) Abschluss machte nun die 32-jährige Joëlle Baumgartner. Joëlle Baumgartner stand in Weesen aber nicht als einzige Rümlanger Armbrustschützin auf dem Podest.
Mit dem in Rümlang wohnhaften Jürg Ebnöther (ASVRied-Gibswil) wäre die Sensation eines Doppelsieges beinahe geglückt. Irène Beyeler (ASG Schwarzenburg) wusste dies zu verhindern und drängte sich zwischen die beiden Rümlanger.
Mit klarem Kopf zum Sieg
Im Siegerinterview zeigte sich Baumgartner bescheiden und fokussiert. Ihre Zielsetzung sei gewesen, «einen guten Wettkampf zu schiessen und meine Leistung abzurufen».
Dass daraus ein solches Spitzenresultat werden würde, habe sie zwar erhofft, aber nicht erwartet. Entscheidend sei gewesen, sich trotz Nervosität auf die eigenen Abläufe zu konzentrieren.
«Sobald ich mich an meinem Platz eingerichtet habe, konnte ich mich auf meine Abläufe konzentrieren», erklärte die frisch gekürte Schützenkönigin.
Auch die wechselnden Bedingungen, insbesondere der Wind, hätten sie gefordert. Dank intensiver Vorbereitung habe sie jedoch gewusst, wie sie reagieren müsse, wenn sich die Situation auf der Anlage verändere.
Besonders wichtig sei dabei die mentale Stärke gewesen: «Ich habe versucht, mich nicht selbst unter Druck zu setzen. Ich habe mir gesagt: Ich ziehe mein Ding durch, so wie ich es vorbereitet habe.»
Die Rümlanger Armbrustschützen blicken mit Stolz auf das Eidg. Armbrustschützenfest zurück – konnten sie doch in vielen Wettkämpfen und Meisterschaften einige Podestplätze für sich beanspruchen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Rümlanger» erschienen.








