Swiss-Partner Air Baltic geht in US-Insolvenzverfahren

    Keystone-SDA
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    Lettland,

    Die auch für die Swiss fliegende lettische Fluggesellschaft Air Baltic hat in den USA ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 eingeleitet. Damit will die finanziell angeschlagene Airline Schulden und andere Verpflichtungen unter gerichtlicher Aufsicht restrukturieren.

    Die lettische Airline Air Baltic, die auch für die Swiss fliegt, ist finanziell schwer angeschlagen. Um Schulden und andere Verpflichtungen zu restrukturieren, wurde ein US-Insolvenzve...
    Die lettische Airline Air Baltic, die auch für die Swiss fliegt, ist finanziell schwer angeschlagen. Um Schulden und andere Verpflichtungen zu restrukturieren, wurde ein US-Insolvenzve... - KEYSTONE/GAETAN BALLY

    Der Flugbetrieb soll derweil normal weiterlaufen. «Die zentrale Priorität ist, weiterzufliegen und die Anbindung Lettlands aufrechtzuerhalten», erklärte Verwaltungsratspräsident Andrejs Martinovs in einer Mitteilung am Montag. Das Verfahren verschaffe Air Baltic Schutz vor Forderungen der Gläubiger und eröffne einen Rahmen für Verhandlungen unter anderem mit den Leasinggebern der Flugzeuge. Ziel sei eine finanziell stärkere Air Baltic mit deutlich geringeren Verpflichtungen.

    Keine unmittelbaren Folgen für Swiss

    Die Entwicklung ist auch für die Schweiz von Bedeutung. Air Baltic führt im sogenannten Wet-Lease Flüge für die Lufthansa-Tochter Swiss durch, zeitweise mit über zehn Maschinen. Dabei stellt die lettische Fluggesellschaft Flugzeuge samt Besatzung zur Verfügung.

    «Wir verfolgen die aktuelle Entwicklung bei Air Baltic sehr aufmerksam und stehen in engem Austausch mit unserem langjährigen Wet-Lease-Partner», erklärte eine Swiss-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Die Situation habe – Stand heute – keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb von Swiss. Air Baltic fliege für die Swiss auch heute zuverlässig.

    Langfristig will die Swiss die Abhängigkeit von Wet-Lease-Partnern allerdings reduzieren und wieder einen grösseren Teil der Flüge mit eigenen Flugzeugen und Crews durchführen. Dieses bereits bestehende strategische Ziel stehe jedoch nicht im Zusammenhang mit den aktuellen finanziellen Schwierigkeiten von Air Baltic, betonte die Swiss-Sprecherin.

    Auch Air Baltic selbst versicherte, dass der laufende Betrieb normal weitergehen soll. Flüge sollen wie geplant stattfinden, Tickets und Reservationen bleiben gültig. Auch gegenüber Lieferanten, Dienstleistern und anderen Geschäftspartnern will das Unternehmen seinen Verpflichtungen im normalen Geschäftsgang weiter nachkommen.

    Lufthansa hält 10 Prozent

    Die Verbindung zum Lufthansa-Konzern geht über die Zusammenarbeit mit Swiss hinaus. Lufthansa ist seit August 2025 mit 10 Prozent an Air Baltic beteiligt. Damit sollte unter anderem die bereits bestehende Wet-Lease-Zusammenarbeit vertieft werden.

    Mehrheitseigentümer von Air Baltic bleibt der lettische Staat. Er hält derzeit gut 88 Prozent der Stimmrechte. Weiter ist die Airline zu einem kleinen Teil auch in den Händen privater Aktionäre.

    350 Millionen Euro für die Sanierung

    Um den Betrieb während des Insolvenzverfahrens zu finanzieren, hat sich Air Baltic Zusagen für 350 Millionen Euro an neuem Kapital gesichert. Zu den Geldgebern gehören unter anderem Barclays, Morgan Stanley und Oaktree Capital Management. Die Finanzierung muss noch vom zuständigen US-Gericht genehmigt werden.

    Zusammen mit den Einnahmen aus dem laufenden Geschäft soll das Geld genügend Liquidität bereitstellen, damit Air Baltic während der Sanierung weiterfliegen kann. Die Finanzierung ist allerdings teuer: Der Zinssatz liegt laut Air Baltic bei insgesamt rund 12 Prozent.

    Ratingagenturen hatten bereits vor dem Insolvenzantrag vor der angespannten Finanzlage gewarnt. Mit einer langfristig tragfähigen Finanzierung und einer kleineren Flotte sieht die Ratingagentur Fitch allerdings Chancen für ein Überleben der Fluggesellschaft.

    Sanierung bei laufendem Betrieb

    Chapter 11 ist ein US-Insolvenzverfahren, das angeschlagenen Unternehmen ermöglicht, Schulden und Verträge unter gerichtlicher Aufsicht neu zu ordnen, während der Geschäftsbetrieb weiterläuft. In der Luftfahrt ist das Verfahren kein Novum. Unter anderem SAS, United Airlines, Delta Air Lines und American Airlines haben es bereits für Sanierungen genutzt.

    Air Baltic will das Verfahren nach eigenen Angaben bis ungefähr Juni 2027 abschliessen. Die 1995 gegründete Fluggesellschaft gehört zu den wichtigsten Airlines im Baltikum und betreibt eine Flotte von 54 Airbus-Maschinen des Typs A220-300 und beschäftigt über 3000 Personen.

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    Kommentare

    User #4594 (nicht angemeldet)

    Keine unmittelbaren Folgen, aber indirekt schon:))

    User #4594 (nicht angemeldet)

    Wie naiv ist die Schweiz, wenn sie solche Partner hat🤷‍♀️

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    sdf
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