Bei der Swiss dauert die Erholung nach dem Flugstopp in der Corona-Krise länger als gedacht. Der Buchungsstand beträgt rund 20 Prozent eines normalen Jahres.
Swiss Dieter Vranckx
Thomas Klühr, Chef der Schweizer Fluggesellschaft Swiss. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Erholung nach der Corona-Krise dauert bei der Swiss länger als gedacht.
  • Chef Thomas Klühr zufolge beträgt der Buchungsstand rund 20 Prozent eines normalen Jahres.

Nach dem Absturz in der Corona-Krise dauert die Erholung bei der Swiss länger als gedacht. Das laufende Jahr sei eine grosse Herausforderung für die Schweizer Fluggesellschaft. Dies sagte Swiss-Chef Thomas Klühr am Mittwoch in einem Videointerview mit «20 Minuten». Der Buchungsstand betrage rund 20 Prozent eines normalen Jahres, sagte Klühr.

Im Gegensatz zum Lockdown führe die Swiss derzeit Flüge durch, sobald sie variable Kosten wie Treibstoff oder Gebühren verdienen würden. Derzeit verliere die Swiss weniger als 1 Million pro Tag. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte der Swiss-Chef die Verluste auf 3 Millionen pro Tag beziffert.

Es gebe die Chance, dass sich die Lage im Sommer 2021 wieder erhole, sagte Klühr. Die Erholung hänge von der Pandemie-Entwicklung in Europa und den USA ab.

Staatshilfe noch nicht geflossen

Die Staatshilfe des Bundes sei noch nicht geflossen. «Wir warten auf die Freigabe durch den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Deutschland. Ich hoffe, dass die in den nächsten Tagen kommt.» Bisher sei die Swiss durch ihren Mutterkonzern Lufthansa gestützt worden.

Ferien
Doch die nächsten Ferien sind bei vielen schon geplant: Die Fluggesellschaft Swiss etwa rechnet mit einer «sehr hohen» Nachfrage. - Keystone

Der Bund hatte für die Swiss und ihre Schwestergesellschaft Edelweiss eine Garantie von 1,275 Milliarden Franken beschlossen. Damit können sich die beiden Airlines Kredite bei den Banken in Höhe von 1,5 Milliarden Franken besorgen.

Es gebe kaum eine Airline, die ohne Staatshilfe durch die Coronakrise komme, sagte Klühr: «Trotzdem tut es weh.» Die erste Kredittranche werde ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag sein, sagte Klühr: «Wir werden alles daransetzen, das Geld möglichst schnell zurückzuzahlen.» Der Zins liege bei über 3 Prozent.

Swiss führt Einstellungsstopp ein

Die Swiss will laut Klühr ihre Angestellten möglichst behalten. Denn die Ausbildung der Leute dauere zum Teil Jahre. Derzeit herrsche ein Einstellungsstopp, was zu einem Stellenabbau führe.

Eine Garantie, dass es zu keinen Entlassungen komme, könne er aber nicht geben. Wenn eine zweite Welle komme und die Erholung auf den Langstrecken ausbleibe, werde es sehr schwierig, sagte der Swiss-Chef.

Erneut entschuldigte sich Klühr für die langen Rückzahlungsfristen für Tickets von abgesagten Flügen. Auch der Ärger der Kunden «ist absolut verständlich». Es habe einen Rückerstattungs-Tsunami gegeben, den man personell nicht habe bewältigen können.

Flughafen Zürich Coronavirus
Ein geschlossenes Restaurant am Flughafen Zürich, am Dienstag, 17. März 2020. - Keystone

In normalen Jahren habe die Swiss eine Annullierungsrate von 1 bis 2 Prozent. Darauf sei die Organisation der Airline ausgerichtet, sagte Klühr. Wegen Corona habe man aber 99 Prozent aller Flüge absagen müssen.

Das seien Millionen von Rückerstattungsanträgen. Die habe man schlicht nicht fristgerecht bewältigen können. Wenn die Swiss sofort alle Rückerstattungsgesuche ausgezahlt hätte, hätte das zu Schwierigkeiten mit der Liquidität geführt.

Man habe jetzt die Organisation hochgefahren. Aber eine Rückerstattung innerhalb von sieben Tagen werde man nicht erreichen. Dennoch: «Es wird jeder Kunde sein Geld zurückbekommen», versicherte der Swiss-Chef.

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