Nach der Schliessung der Niederlassungen in Polen zieht sich der Industriekonzern Sulzer AG auch vom russischen Markt zurück. Der Verkaufsprozess hat begonnen.
Sulzer AG
Das Logo des Industriekonzern Sulzer AG. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/MELANIE DUCHENE

Das Wichtigste in Kürze

  • Sulzer bedauert nach eigenen Angaben die Notwendigkeit des Entscheids.
  • Dies sei aber die beste Lösung für alle Stakeholder.

Sulzer verlässt den russischen Markt nun doch. Der Verkaufsprozess beginne mit sofortiger Wirkung, teilte der Industriekonzern am Dienstag mit. Sulzer bedauert die Notwendigkeit des Entscheids nach jahrzehntelanger Tätigkeit in Russland. Nach sorgfältiger Prüfung möglicher Optionen sei man zum Schluss gekommen, dass dies die beste Lösung für alle Stakeholder ist.

Ende März hatte die Sulzer AG noch mitgeteilt, dass ein Grossteil des Geschäfts in Russland weiterlaufe. Dies, da Sulzer Produkte für kritische Infrastrukturen wie die Wasserversorgung oder die Stromversorgung liefere. Wenige Tage später liess CEO Frédéric Lalanne allerdings wissen, dass im Startquartal die Aufträge aus Russland um 80 Prozent einbrachen.

Sulzer AG macht keine grossen Einbussen

Das Geschäft in Russland ist für Sulzer aber klein, denn im vergangenen Jahr steuerte Russland 2,7 Prozent zum Umsatz bei. Erst vor wenigen Tagen musste Sulzer die sofortige Schliessung seiner Niederlassungen in Polen verkünden. Dies aufgrund von Anordnungen der polnischen Regierung. Sulzer will den Entscheid allerdings anfechten.

Die polnischen Sanktionen betreffen laut Sulzer eigentlich den Hauptaktionär Viktor Vekselberg, sind aber auf die polnischen Sulzer-Gesellschaften ausgeweitet worden.

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