Die Deutsche Post verkauft die Produktionsrechte ihrer Elektrotransporter. Die Streetscooter wurden für das Ausliefern von Paketen und Briefen konzipiert.
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Ein Streetscooter steht vor der Zustellbasis. (Archivbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Deutsche Post verkauft ihre Produktionsrechte der Elektrotransporter.
  • Das Firmenkonsortium Odin Automotive kauft die Produktionsrechte für die Streetscooter.
  • Immer noch werden aber 300 Beschäftigte der Streetscooter GmbH bei der Post beschäftigt.

Die Deutsche Post DHL Group verkauft die Produktionsrechte für den Elektrotransporter Streetscooter. Käufer ist das internationale Firmenkonsortium Odin Automotive mit Sitz in Luxemburg.

Odin werde die beiden Modelle mit acht und 13 Kubikmetern Laderaum künftig bauen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Er steigt als Minderheitsaktionär bei Odin ein.

Bei der Deutschen Post DHL bleibt die Streetscooter GmbH mit 300 Beschäftigten. Sie soll für einige tausend Wagen noch Fahrzeugteile und Batterien zuliefern und dann die Wartung der Elektrotransporterflotte übernehmen.

Aktuell setzt die Deutsche Post mehr als 17'000 der speziell für das Ausliefern von Briefen und Paketen entwickelten Elektrofahrzeuge ein. Geplant ist demnach ein Ausbau der Flotte auf insgesamt 21'500 Transporter.

Streetscooter gab deutscher Elektromobilität Schub

Der Streetscooter wurde 2010 von Günther Schuh, einem Professor an der RWTH Aachen, seinen Studenten und Achim Kampker entwickelt. Die deutschen Autokonzerne konnten den Logistikkonzern damals nicht mit den gewünschten Elektrotransportern beliefern. Die Deutsche Post DHL übernahm das Startup im Jahr 2014. Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer urteilte im Sommer 2018, der Streetscooter habe der Elektromobilität in Deutschland einen wichtigen Schub gegeben.

Die Deutsche Post DHL hatte nach der vergeblichen Suche nach einem Käufer 2020 angekündigt, das Geschäft mit den Elektrofahrzeugen einzustellen. Sie entschloss sich aber anschliessend, die Produktion bis mindestens Ende 2022 für den Eigenbedarf fortzuführen. Schuh hatte den Konzern 2020 kritisiert: Der Firma sei «weder eine ausreichende Finanzierung noch ein realistischer Zugang zum Kapitalmarkt gewährt» worden.

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