Solidar Suisse kritisiert Missstände
Die chinesischen Fabriken, in denen auch Spielzeuge für die Schweiz gefertigt werden, verletzen laut Solidar Suisse die Arbeitsrechte. Die Organisation prangert vor der anstehenden Weihnachtszeit exzessive Überstunden, zu tiefe Löhne und fehlenden Arbeitsschutz an.

Das Wichtigste in Kürze
- In chinesischen Fabriken herrschen laut Solidar Suisse schlechte Arbeitsbedingungen.
- Die Arbeiter müssten exzessive Überstunden von 80 bis zu 140 Stunden leisten.
- Auch die Mindestlöhne seien nicht menschenwürdig.
Die Erfüllung von Kinderträumen unter
dem Christbaum bedeute vielfach Elend und Ausbeutung von Fabrikarbeitenden in
China, schreibt Solidar Suisse in einer Mitteilung vom Sonntag. Die Entwicklungsorganisation beruft sich dabei auf eine Recherche von China Labor Watch.
Zwei von drei
Spielzeugen, die in der Schweiz verkauft würden, stammten aus China.
Dort müssten die Arbeitenden exzessive
Überstunden von 80 bis zu 140 Stunden leisten. Zudem reichten die Mindestlöhne
nicht für ein menschenwürdiges Leben. Die Fabrikarbeiter kämen oft mit giftigen
Substanzen in Kontakt, die zu schweren Vergiftungen, zu Leukämie und zum Tod
führen könnten. Es gebe zu wenige und mangelhafte Gesichtsmasken und
Handschuhe.
«Enormer Druck»
Die Spielzeughersteller seien für diese
schlechten Arbeitsbedingungen mitverantwortlich, sagt Simone Wasman,
Kampagnenleiterin bei Solidar Suisse. Sie übten einen enormen
Druck auf die chinesischen Fabriken aus, möglichst billig zu produzieren.
Der Verhaltenskodex des Weltverbandes
der Spielzeugindustrie habe nur wenig genützt, bilanziert Solidar Suisse.
Einige Verbesserungen gebe es aber doch. So sei die Arbeitswoche von sechs auf
fünf Tage reduziert worden. Und die Löhne seien in manchen Fabriken gestiegen,
auch wenn sie weiterhin kein menschenwürdiges Leben ermöglichten.






