Am Donnerstag hat der Schweizer Leitindex SMI über ein Prozent nachgegeben. Grund dafür ist der straffere Kurs der US-Notenbank.
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Aktuelle Kurse werden an einer LED-Wand im Eingangsbereich der Neuen Börse Zürich-West des SIX-Hauptsitzes in Zürich angezeigt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Leitindex SMI büsste zeitweise mehr als 1 Prozent ein.
  • Das ist auf den erkennbar strafferen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank zurückzuführen.

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag deutlich nachgegeben. Der Leitindex SMI büsste zeitweise mehr als 1 Prozent ein. Auslöser für die schlechte Stimmung war die Publikation des letzten Sitzungsprotokolls der US-Notenbank Fed am Vorabend.

Wie aus den sogenannten «Minutes» hervorgeht, sprachen sich einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses des Fed dafür aus, schon kurz nach der ersten Zinserhöhung mit der Verringerung der Bilanzsumme der Notenbank zu beginnen. Dies war für Investoren neu.

Zudem wurde betont, dass sowohl die Wirtschafts- als auch die Inflationsentwicklung für einen rascheren Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik sprächen. Eine schnellere Anhebung der Zinsen als zuvor erwartet, könnte gerechtfertigt sein, hiess es.

SMI: Märkte zuletzt hochgradig nervös

Dieser erkennbar straffere geldpolitische Kurs der US-Notenbank liess bereits am Mittwochabend die US-Börsen kräftig nachgeben. In der Nacht ging dann der Ausverkauf in Asien zum Teil weiter. Der japanische Nikkei büsste 2,9 Prozent ein.

Die europäischen Börsen folgten am Donnerstag diesem Trend: Der SMI sackte zeitweise um gut 1,3 Prozent ab, schloss dann aber mit -0,88 Prozent bei 12'792 Zählern über dem Tagestief. Zum Vergleich: Noch am Montag hatte er einen Hauch unterhalb der 13'000-Punkte-Marke ein Allzeithoch markiert. An den Börsen in Frankfurt, London und Paris war die Entwicklung mit Verlusten von einem Prozent und mehr ähnlich.

Mit Blick auf die hohe Inflation seien die Märkte zuletzt hochgradig nervös gewesen, erklärt ein Analyst die Marktreaktion. Er könne sich auch vorstellen, dass es am Markt nun zu einem generellen Umdenken kommt. Die Zeiten, wonach jede Marktschwäche für einen Wiedereinstieg genutzt wurde, seien womöglich vorbei.

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