Schweizer Banken wegen gesunkener Zinsen weniger optimistisch
Die gesunkenen Zinsen setzen die Schweizer Banken unter Druck. Knapp die Hälfte rechnet gemäss dem neuen EY-Bankenbarometer mit rückläufigen operativen Ergebnissen für das Jahr 2025. Allerdings erwartet eine Mehrheit eine Stabilisierung der Margen im Zinsgeschäft.

Zwar dürften die Banken auch im Jahr 2025 solide Ergebnisse ausweisen, diese würden jedoch unter dem Niveau der vergangenen zwei Jahre ausfallen, heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bankenbarometer des Beratungsunternehmens EY.
Von den im Rahmen der Studie mehr als 100 befragten Banken rechneten 46 Prozent mit einem rückläufigen operativen Ergebnis. Damit erreiche die Stimmung den tiefsten Wert seit 15 Jahren, so die Studienverfasser.
Kontinuierlicher Margenrückgang
Weiterhin ist das Zinsgeschäft für viele Schweizer Banken der zentrale Ertragspfeiler. Mit den Leitzinsen, die zuletzt schrittweise auf null Prozent abgesenkt worden sind, habe sich die Zinsmarge kontinuierlich verringert, halten die Verfasser des Bankenbarometers fest. Nun stünden die Institute erneut vor einem Umfeld mit niedrigen Margen im Zinsengeschäft, in dem es nur wenig Spielraum für Optimierungen gebe.
Betroffen von den sinkenden Geschäftsergebnissen sind entsprechend vor allem die stark im Zinsgeschäft tätigen Institute wie Regional- und Kantonalbanken. In den Vorjahren hatten diese dank einem höheren Zinsumfeld noch Rekordergebnisse erzielt. Dagegen zeigen sich die Privatbanken und Auslandsbanken dank stabiler Kommissionserträge deutlich weniger pessimistisch.
Langfristig bleiben die Schweizer Banken zudem zuversichtlich: Über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren erwarten fast alle Banken (94 Prozent) steigende operative Ergebnisse. Das sind mehr als noch im Vorjahr (85 Prozent). Die Banken vertrauten auch weiterhin auf ihr Geschäftsmodell und auf die Stärke des Schweizer Finanzplatzes, so EY.






