Sandoz kämpft gegen China-Dumping bei Antibiotika

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Basel,

Sandoz geht bei der EU gegen chinesische Antibiotika-Importe vor. Der Konzern wirft chinesischen Herstellern Dumpingpreise und massive staatliche Subventionen vor.

Sandoz fordert fairen Wettbewerb bei Antibiotika-Wirkstoffen. Dazu hat das Unternehmen Beschwerde bei der EU eingelegt. (Symbolbild)
Sandoz fordert fairen Wettbewerb bei Antibiotika-Wirkstoffen. Dazu hat das Unternehmen Beschwerde bei der EU eingelegt. (Symbolbild) - KEYSTONE/DPA/MONIKA SKOLIMOWSKA

Die Generikaherstellerin hat bei der Europäischen Kommission einen wegweisenden Entwurf für eine Anti-Dumping-Beschwerde gegen chinesische Importe des Antibiotika-Wirkstoffs Amoxicillin eingereicht. Dies teilte der Konzern am Donnerstag anlässlich der 80-Jahr-Feier seiner wichtigsten europäischen Antibiotika-Produktionsstätte im österreichischen Kundl mit.

Das Unternehmen wirft chinesischen Herstellern vor, den Markt durch dauerhaft extrem niedrige Preise zu verzerren. Laut Sandoz würden die Wirkstoffe teilweise unter Produktionskosten verkauft und zusätzlich massiv durch staatliche Subventionen gestützt. Dadurch entstünden Wettbewerbsbedingungen, mit denen europäische Hersteller kaum mithalten könnten.

Im Communiqué warnt Sandoz-Chef Richard Saynor davor, dass Europa abhängig von ausländischen Lieferketten werde und dadurch im Krisenfall nicht mehr in der Lage sein könnte, die eigene Bevölkerung zuverlässig mit Antibiotika zu versorgen. Aus seiner Sicht ist die Sicherung der Antibiotikaversorgung daher nicht nur eine Frage der Gesundheitspolitik, sondern auch der wirtschaftlichen Sicherheit und der strategischen Handelspolitik Europas

«Bereits heute werden bis zu 90 Prozent der weltweiten Antibiotika-Wirkstoffe ausserhalb Europas hergestellt, vor allem in China», so der CEO weiter. Saynor kritisiert zudem, dass Antibiotika inzwischen wie einfache Billigware behandelt würden, obwohl sie zu den wichtigsten Medikamenten der modernen Medizin zählten. «Eine Packung Antibiotika kostet oft weniger als ein Päckchen Kaugummis.»

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Kommentare

User #5436 (nicht angemeldet)

Können nicht Mithalten? Da können alle sagen. Ich kann es auch so sagen die Preise die von Sandoz kann ich auch nicht mithalten viel zu Teuer uns sicher auch zu übertsteuert. Hauptsache die können uns weiter über die Tisch ziehen. Das dennke die Lobby.

User #1335 (nicht angemeldet)

Die Antibiotika-Hersteller sind von den Politikern aus Europa vertrieben worden. Bei der Antibiotikaherstellung werden chlorierte Kohlenwasserstoffe eingesetzt (Dichlormethan), das flüchtig ist, in die Umwelt gelangt und biologisch fast nicht abbaubar ist. Das war den Grünen ein Dorn im Auge. Ausserdem können die Abwässer aus der Produktion nicht biologisch geklärt werden, weil das Antibiotikum natürlich, wie gewünscht, die Bakterien vernichtet, also auch die "guten" in der Kläranlage. Deshalb muss das Abwasser per langem Rohr ins Meer oder in einen Fluss entsorgt werden (=Verdünnung). Das wollen die Politiker nun schon gar nicht. Indien und China sind da entspannter.

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