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Roche-Diagnostikchef: «Ziel ist es, Krankheiten früher zu erkennen»

Keystone-SDA
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Basel,

Die Diagnostiksparte des Pharmakonzerns Roche will sich mit Künstlicher Intelligenz (KI), Daten und völlig neuen Testverfahren neu erfinden. Für Diagnostikchef Matt Sause beginnt die nächste Wachstumsphase nicht mit mehr Laborgeräten, sondern mit Innovationen, die es vor wenigen Jahren noch gar nicht gab, wie er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP sagte.

Matt Sause
Roche-Diagnostikchef Matt Sause. - keystone

Ein Beispiel ist der neue Alzheimer-Bluttest, der die Diagnose künftig bereits in der Hausarztpraxis ermöglichen soll. «Vor wenigen Jahren gab es diese Form der Diagnostik noch nicht», sagte Sause. Solche Tests sollen neue Märkte erschliessen und gleichzeitig dazu beitragen, Krankheiten deutlich früher zu erkennen.

Um das Wachstum abzusichern, investiert Roche massiv in Forschung und Entwicklung und kauft gezielt Technologien zu. Übernahmen wie Saga Diagnostics im Krebsmonitoring oder die geplante Akquisition von Pathai im Bereich KI-gestützter Pathologie sollen das Portfolio ergänzen und verhindern, dass der Konzern von technologischen Umbrüchen überrascht wird.

Die Diagnostiksparte ist neben Pharma das zweite Standbein des Basler Konzerns und steuert rund einen Viertel des Konzernumsatzes bei. Nach dem Ende des Covid-Booms sucht Roche wieder nach langfristigen Wachstumstreibern. Diese sollen künftig weniger aus klassischen Labortests stammen als aus Präzisionsdiagnostik, KI-Anwendungen und neuen Biomarkern, die Krankheiten früher erkennen und Therapien gezielter steuern.

Künstliche Intelligenz sieht der Roche-Manager dabei nicht als Ersatz für Ärztinnen und Ärzte, sondern als intelligentes Assistenzsystem. Die eigentliche Stärke entstehe erst durch die Kombination aus diagnostischen Tests, Gesundheitsdaten und KI-gestützten Entscheidungshilfen. Den entscheidenden Unterschied zu vielen Wettbewerbern sieht Sause darin, dass die Algorithmen regulatorisch geprüft und klinisch validiert seien. «Genau dieser klinische Nachweis unterscheidet uns von anderen Anbietern.»

Künftig soll Diagnostik nach Vorstellung von Roche Krankheiten möglichst früh sichtbar machen und nicht erst feststellen, wenn die Menschen schon schwer krank sind. «Unser Ziel ist es, Krankheiten früher zu erkennen, nicht erst zu behandeln, wenn sie weit fortgeschritten sind», sagt Sause. Frühdiagnosen, die Wahl der richtigen Therapie und die Überwachung des Krankheitsverlaufs seien die vier strategischen Schwerpunkte des Diagnostikgeschäfts. Eine frühere Diagnose verbessere nicht nur die Behandlungschancen, sondern könne auch die Gesundheitskosten senken. Deshalb investiere Roche verstärkt in Krebsfrüherkennung und neue Biomarker.

Ein Trumpf von Roche ist aus Sicht des Diagnostikchefs zudem die enge Verzahnung mit der Pharmasparte. Neue Biomarker aus der Medikamentenentwicklung können früh in diagnostische Tests übersetzt werden – ein Vorteil, der die Entwicklung von Begleitdiagnostik für Krankheiten wie Alzheimer oder Multiple Sklerose beschleunigt. Genau diese Verbindung von Pharma, Diagnostik und Daten soll Roche auch künftig von reinen Diagnostik- oder KI-Anbietern abheben.

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