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Voller Lohn! Basler Firma kürzt bei Hitze Arbeitszeit

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Basel,

Eine Basler Firma reduziert bei Hitze über 30 Grad den Arbeitstag um 2,4 Stunden. Finanzielle Einbussen verzeichnet das Unternehmen trotz vollem Lohn nicht.

allschwil hitze
Ein Allschwiler Unternehmen reduziert die Arbeitszeit seiner Angestellten bei Temperaturen über 30 Grad. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Basler Gebäudeunterhaltsfirma reduziert bei Hitze die Arbeitszeit.
  • Die Angestellten arbeiten 6 Stunden anstelle von 8,4 Stunden.
  • Dennoch erhalten sie den vollen Lohn.

In den letzten Wochen litt die Schweiz unter der Hitzewelle, vor allem Personen, die im Freien körperlich arbeiten, waren betroffen. Die Gebäudeunterhaltsfirma Zweipack aus Allschwil BL hat deshalb reagiert, wie «SRF» berichtet: Ab 30 Grad wird der Arbeitstag auf sechs Stunden verkürzt – bei vollem Lohn.

Mitarbeiterin Jill Hirschi sagt, während der Hitzewelle sei das Shirt schon am frühen Morgen nass. Und sehr schnell habe man einen Sonnenbrand. Erol Ramazan ergänzt, dass man bei der Hitze keine Kraft für die Arbeit habe. «Es ist nicht gut, so zu arbeiten, wenn es so heiss ist.»

Deshalb wird der Arbeitstag von 8,4 Stunden auf 6 Stunden verkürzt, wenn das Thermometer auf über 30 Grad klettert. «Nach 14 Uhr wären alle erschöpft und müde», erklärt Geschäftsleiter Mischa Blattner. «Am Ende werden die Leute noch krank, das bringt nichts.»

Deshalb ist bei grosser Hitze zwischen 12 und 13 Uhr Feierabend. Angestellte, die früher mit den Arbeiten fertig seien, unterstützten die anderen, so Blattner.

Musst du auch bei Hitze normal arbeiten?

Er erklärt, dass im Sommer hauptsächlich die zwingend erforderlichen Arbeiten erledigt werden. Beispielsweise die Reinigung von Treppenhäusern oder das Bewässern von Gärten. Andere Aufgaben würden verschoben. Die Hecken würden dann zum Beispiel nicht geschnitten.

Und er betont, dass alle den vollen Lohn erhalten. Wirtschaftliche Einbussen erleide das Unternehmen deswegen nicht. Die Motivation und Dankbarkeit der Mitarbeitenden seien enorm hoch. «Das wird irgendwann zurückkommen.»

Sieben Prozent mehr Arbeitsunfälle ab 30 Grad

Die Massnahme von Zweipack und Mischa Blattner macht durchaus Sinn: Laut der Unfallversicherung Suva passieren ab 30 Grad rund sieben Prozent mehr Arbeitsunfälle. Begründet wird das damit, dass der Körper stark mit der Kühlung beschäftigt ist, die Konzentration ist dadurch weniger hoch.

Einen gesetzlichen Anspruch auf Hitzefrei haben Angestellte in der Schweiz nicht. Die Arbeitgeber aber sind verpflichtet, ihre Mitarbeitenden vor der Hitze zu schützen.

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