Richemont hängt Swatch auch an der Börse weiter ab
Die Luxusgüteraktien von Richemont und der Swatch Group haben in den beiden letzten Wochen unterschiedliche Richtungen eingeschlagen.

Während die Titel des Genfer Schmuck- und Uhrenkonzerns, von glänzenden Zahlen aus der Schmuckabteilung getragen, zulegten, haben die Inhaberpapiere von Swatch nach wie vor einen schweren Stand. Ein Muster, das seit mehreren Jahren zu beobachten ist.
Am Freitag gegen 11.15 Uhr notieren die Richemont-Papiere (-0,2% auf 169,75 Fr.) etwas tiefer, während Swatch Inhaber (-1,4% auf 162,30 Fr.) deutlicher verlieren. Der Gesamtmarkt SMI fällt leicht um 0,1 Prozent zurück.
Seit der Zahlenvorlage von Mitte November stehen Richemont somit mit 5 Prozent im Plus, wogegen Swatch um 8 Prozent nachgaben. Eindrücklich ist der Blick in die Vergangenheit: Ende November 2022 musste man für eine Swatch-Aktie mit 250 Franken doppelt so viel bezahlen wie für ein Richemont-Papier.
Auch mit Blick auf das kommende Jahr finden Analysten für Swatch kaum unterstützende Worte. JPMorgan und UBS erhöhten zwar ihre Kursziele für die Papiere des Bieler Uhrenkonzerns, sie hielten zugleich aber auch an ihren Verkaufsempfehlungen fest.
Die zuständige UBS-Analystin bewertet die Aussichten für 2026 kritisch, auch wenn die Markterholung eine gewisse Stütze bieten werde.
Swatch verfolge seit Jahren eine wenig klare Strategie: Mal stehe die Produktion mit der Gefahr eines starken Lageraufbaus im Fokus, mal ziele die Gruppe auf hohe Cash Flows ab, mit dem Ergebnis stark schwankender Cash-Conversion-Raten, kritisiert sie.
Richemont profitiert vom starken Schmuckgeschäft
Für 2026 rechnet sie mit einem organischen Umsatzwachstum bei Swatch von 4 Prozent, gestützt von Preiserhöhungen und der China-Erholung.
Auch die JPMorgan-Expertin sieht die Aktien der Swatch Group primär mit weiteren Abwärtsrisiken konfrontiert. Die Erwartungen an der Börse zur Umsatz- und Margen-Entwicklung sind aus ihrer Sicht zu optimistisch.
Vor allem die Uhrenmarken aus dem mittleren Preissegment dürften weiterhin unter Nachfragedruck stehen und hohe Fixkosten sowie steigende Goldpreise belasteten die Marge weiter.
Anders fallen die Urteile zur Richemont-Gruppe aus, die weiterhin vom starken Schmuckgeschäft der Marken Cartier und Van Cleef&Arpels profitiert. Die führende Rolle beim Markenschmuck werde Richemont in einem anhaltend herausfordernden Umfeld auch in Zukunft nachhaltiges Wachstum sichern, heisst es etwa bei JPMorgan.
Richemont erziele dank eines höheren Anteils an Schmuckverkäufen und des grösseren eigenen Retailnetzwerks deutlich robustere Ergebnisse als die Konkurrenz, meint auch die UBS-Analystin.
Mit starken Marken, die auf ihre Preissetzungsmacht zählen können, werde Richemont im kommenden Jahr von der erwarteten Branchenerholung profitieren. Dies rechtfertige die höhere Bewertung an der Börse.









