Partners Group – Evergreen-Offensive unter Druck?
Partners Group sammelt 875 Millionen US-Dollar für Private Credit. Gleichzeitig stehen Refinanzierungen und Private Equity unter Druck.

Am 9. Oktober lancierte Partners Group eine globale Multi-Sektor-Strategie für private Kredite. Laut der «Börse Express» richtet sich das offene Evergreen-Vehikel an institutionelle Anleger und private Vermögenskunden.
Die Strategie bündelt mehrere Kreditsegmente und zielt auf laufende Erträge ab. Laut Unternehmensangaben umfasst der Ansatz unter anderem Direktkredite, Kreditinvestitionen am Zweitmarkt und Fondsfinanzierungen.
Die Lancierung erweitert das Angebot, belegt jedoch noch keine tatsächlich erzielten Anlageergebnisse. Das neue Angebot ist zudem vom Abschluss bestehender Finanzierungsvehikel zu unterscheiden.
875 Millionen US-Dollar eingesammelt
Am 22. Oktober meldete Partners Group den Abschluss eines zweiten Rated-Feeder-Vehikels für ihre Private-Credit-Evergreen-Strategie. Wie «finanzen.ch» schreibt, investierten US-Versicherungsgesellschaften dabei 510 Millionen US-Dollar.
Bereits im Januar hatte ein erstes Vehikel 365 Millionen US-Dollar eingebracht. Damit erreichte das über diese Finanzierungsstruktur aufgenommene Kapital 2026 insgesamt 875 Millionen US-Dollar.
Die 2016 lancierte Strategie konzentriert sich auf vorrangige Direktkredite an Unternehmen in entwickelten Märkten. Nach Unternehmensangaben stehen dabei nichtzyklische Branchen im Mittelpunkt.
Personalveränderungen im Private Equity
Während Partners Group das Kreditgeschäft ausbaut, verändert sich die Personalstruktur im Private-Equity-Bereich. Die «Börse Express» berichtet unter Berufung auf «Bloomberg» über weltweit Dutzende gestrichene oder intern verlagerte Stellen.
Die Sparte beschäftigt dem Bericht zufolge mehr als 200 Mitarbeitende. Die Massnahmen umfassen sowohl Abgänge als auch interne Wechsel und sind nicht mit einem vollständigen Rückzug aus Private Equity gleichzusetzen.
Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt den Beteiligungen Emeria SASU, Ammega Group BV und Breitling AG. Der «Trading-Treff» zufolge stehen bei diesen Unternehmen 2028 erhebliche Schuldenfälligkeiten mit einem Refinanzierungsvolumen von rund sechs Milliarden Euro an.
Partners Group: Kreditzugang, Aktienkurs und Refinanzierungen im Fokus
Dem Bericht zufolge soll Partners Group bestimmten Hedgefonds und auf notleidende Kredite spezialisierten Investoren den Kreditzugang erschweren. Damit soll der mögliche Gläubigerkreis beeinflusst werden; eine abgeschlossene Anschlussfinanzierung ist dadurch nicht belegt.
Am 22. Oktober notierte die Partners-Group-Aktie laut «finanzen.ch» zeitweise 0,46 Prozent höher bei 613,80 Franken. Die Angabe beschreibt den damaligen Handelsstand und ist nicht als Schlusskurs zu verstehen.

Die Kapitalaufnahme betrifft die Private-Credit-Strategie, während die Refinanzierungsfragen einzelne Portfoliounternehmen betreffen. Die Personalveränderungen wiederum beziehen sich auf die Organisation des Private-Equity-Geschäfts.








