Ölpreis steigt wieder – Experten warnen vor langer Krise
Der Ölpreis legt nach jüngsten Verlusten wieder zu. Experten warnen: Die Folgen des Iran-Kriegs für die globalen Lieferströme dauern noch lange an.

Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl stieg um rund ein Prozent auf über 106 US-Dollar (etwa 83,33 Franken), berichtet «finanzen.net». Zuvor hatte der Ölpreis nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump zeitweise sieben Dollar verloren.
Trump hatte erklärt, einen Angriff auf den Iran zu verschieben, da ernsthafte Verhandlungen liefen. Diese Aussage liess den Ölpreis kurzzeitig deutlich einbrechen, wie «finanzen.net» meldet.
Derzeit liegt der Brent-Preis mehr als 40 Prozent über dem Niveau vor Kriegsbeginn Ende Februar. Meldungen über mögliche Friedensbemühungen bewegten die Märkte im Laufe der Woche mehrfach.
Ölpreis: Erholung dauert bis 2027
Joe DeLaura, globaler Energiestratege bei der Rabobank, warnte laut «finanzen.net», dass die Kriegsfolgen noch lange am Ölmarkt spürbar bleiben. Öl vom Persischen Golf brauche bis zu 55 Tage, bis es seinen Bestimmungsort erreiche.
Sultan Ahmed Al Jaber, Chef der Ölgesellschaft der VAE, prognostiziert, die Lieferströme werden sich erst 2027 vollständig erholen. Die Sperrung der Strasse von Hormus sei die schwerwiegendste Versorgungsstörung, die je verzeichnet wurde.
Durch diese Meerenge werden täglich rund 20 Prozent der weltweiten Ölexporte transportiert, erklärt die Energiefachplattform «ee-experten». Betroffen sei nicht nur iranisches Öl, sondern auch Lieferungen aus dem Irak, Kuwait und Saudi-Arabien.
Folgen für Inflation und Wirtschaft
Die «bpb» warnt, dass anhaltend hohe Energiepreise die Inflation in der Eurozone wieder gegen 3 Prozent treiben könnten.

In Deutschland war die Inflationsrate im März 2026 bereits auf 2,7 Prozent geklettert.
Der Ölpreis lag Anfang April rund 50 Prozent über dem Vorkriegsniveau, so die «bpb». Auch die Gaspreise schnellten in den ersten Kriegswochen um drei Viertel in die Höhe.












