OECD hebt Wachstumsprognose für die Schweiz deutlich an
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hebt die Wachstumsprognose für die Schweiz im Vergleich zu vergangenem Juni an.

Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft wird wohl stärker ansteigen, als noch im Juni vermutet wurde. Das prognostiziert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Zugleich warnt sie vor geopolitischen und handelspolitischen Risiken und mahnt Reformen an, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern.

Für 2026 erwartet die OECD ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 2,0 Prozent. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten «Economic Survey» hervor. Im Juni hatte sie für das nicht um Sportevents bereinigte BIP noch ein Plus von 1,1 Prozent prognostiziert.
Damit trägt die OECD dem zuletzt stärkeren Konjunkturverlauf Rechnung, der auch andere Ökonomen zu höheren Prognosen bewogen hat.
Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) wuchs das unbereinigte BIP im zweiten Quartal um 1,9 Prozent. Im ersten Quartal betrug das Wachstum noch 0,6 Prozent. Ein wichtiger Treiber war die Chemie- und Pharmaindustrie.
Für 2027 senkte die OECD ihre Wachstumsprognose dagegen leicht auf 1,4 von zuvor 1,5 Prozent. Bei der Inflation rechnet sie für das laufende und kommende Jahr jeweils mit einer durchschnittlichen Jahresteuerung von 0,6 Prozent. Im Juni hatte sie noch jeweils 0,7 Prozent erwartet.
Die OECD bezeichnet die Schweiz als stabile, prosperierende und dynamische Wirtschaft. Sie habe die jüngsten Schocks vergleichsweise gut überstanden. Gleichzeitig sei die Inflation auch dank der geringen Energieintensität auf tiefem Niveau geblieben.
Wachstumsmotor bleibt laut dem Bericht die Binnennachfrage. Dagegen belasten das unsichere globale Umfeld und höhere Energiepreise die Nachfrage aus dem Ausland. Auch die jüngsten Zölle auf Schweizer Exportgüter und die handelspolitischen Verwerfungen hätten exportorientierte Unternehmen auf die Probe gestellt. Diese Risiken bestünden weiterhin.
Mit Blick auf die Wirtschaftspolitik empfiehlt die OECD der Schweiz, die soliden Staatsfinanzen langfristig zu sichern. Dazu seien zusätzliche Einnahmen etwa über die Mehrwertsteuer, Einsparungen im Haushalt und ein effizienteres Gesundheitssystem nötig. Reformbedarf sieht die Organisation zudem bei der Altersvorsorge und im Bauwesen.
Auch die geplante Bankenregulierung nimmt die OECD unter die Lupe. Sie müsse die Stabilität des Bankensektors stärken, ohne die Attraktivität des Finanzplatzes übermässig zu beeinträchtigen. Zudem empfiehlt die Organisation der Schweiz, die Beziehungen zu bestehenden Handelspartnern auszubauen und neue Absatzmärkte zu erschliessen.






