Nach Trumps Rede: Steigt der Benzinpreis jetzt doch nicht?
Kaum erklärte Trump den Krieg für beinahe beendet, purzelten die Ölpreise – doch Vorsicht bleibt geboten.

Das Wichtigste in Kürze
- Trump erklärte den Krieg für fast beendet – das liess den Ölpreis in Windeseile sinken.
- Rohöl kostete 120 Dollar pro Fass, nach Trumps Rede ist es auf 93,58 Dollar gesunken.
- Damit hat sich die Sache wohl aber nicht erledigt. Es ist mit Schwankungen zu rechnen.
«Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet», hat US-Präsident Donald Trump in seiner gestrigen Rede verkündet. Steigt der Benzinpreis nun also doch nicht weiter?
Zur Erinnerung: Zum Wochenbeginn liess der Iran-Krieg den Ölpreis zeitweise auf fast 120 Dollar pro Fass klettern. Ein Höchststand seit Sommer 2022.
Öl ist nach wie vor teurer als vor Kriegsbeginn – bei der Sorte Brent etwa sind es 30 Prozent mehr. Sichtbar wurde dies auch an den Schweizer Tankstellen.
Noch vor fünf Tagen hatte der TCS den Durchschnittspreis für einen Liter Benzin Bleifrei 95 auf 1,74 Franken beziffert. Am Montag waren solche Preise auf dem Benzinpreis-Radar des TCS kaum mehr zu finden. Bei den dort aufgeführten Angeboten der jeweils günstigsten Tankstellen waren Literpreise von zumeist deutlich über 1,80 Franken aufgeführt.
Konkret ging der TCS davon aus, dass der Landesdurchschnitt für einen Liter Benzin Bleifrei 95 bis am Freitag auf 1,90 Franken steigen werde. Für den Liter Diesel dürften dann bereits 2,20 Franken fällig sein.
Entscheidend für die aktuelle Benzinpreisentwicklung ist der Ölpreis. Massgebend ist dabei die Lage in der Strasse von Hormus, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft.

Doch nach der Ankündigung von Donald Trump hat der Markt wieder etwas nach unten gedreht.
«Ölpreise rasant gesunken»
Ueli Bamert vom Treibstoff-Wirtschaftsverband Avenergy sagt nun zu Nau.ch: «Tatsächlich sind die Ölpreise nach den Aussagen von Donald Trump seit gestern rasant gesunken. Heute Morgen notiert ein Fass der Sorte Brent bei 93,58 Dollar.»
Auch Vanessa Flack vom Verkehrsclub TCS bestätigt auf Anfrage, dass die Börsenpreise heute Dienstagmorgen tiefer notierten.
Damit ist die Sache jedoch nicht erledigt – die Benzinpreise könnten also erneut deutlich teurer werden. Flack erklärt: «Aufgrund der geopolitischen Einflüsse ist weiterhin mit Schwankungen zu rechnen.»
Auch Bamert plädiert für keine voreiligen Schlüsse, «da Donald Trump in seinen Aussagen bekanntlich zu einer gewissen Sprunghaftigkeit neigt».
Bleibt abzuwarten, wie sich die Lage im Iran-Krieg entwickelt.












