Musk fährt Cybertruck-Produktion 2027 zurück
Musk kündigt das Produktionsende des Cybertrucks in Texas an. Tesla will die frei werdenden Kapazitäten künftig für das Robotaxi Cybercab nutzen.

Tesla-Chef Elon Musk will die Produktion des Cybertrucks im texanischen Werk Austin Mitte 2027 zurückfahren. Die frei werdenden Kapazitäten sollen stattdessen für den Ausbau der Cybercab-Produktion genutzt werden.
Musk machte die Entscheidung am Freitag, 6. November 2026, über X öffentlich. Wie das «Handelsblatt» berichtet, bleibt bislang offen, ob Tesla den Pickup andernorts weiterproduziert oder vollständig aus dem Angebot nimmt.
Das Werk in Austin gilt als einziger bekannter Tesla-Standort, der für die Herstellung der speziellen Cybertruck-Komponenten ausgestattet ist. Eine Stellungnahme des Unternehmens lag zunächst nicht vor, wie auch der «Spiegel» schreibt.
Schwache Nachfrage und verfehlte Verkaufsziele
Der futuristische Elektro-Pickup sollte ursprünglich eine ernsthafte Konkurrenz für etablierte US-amerikanische Modelle werden. Insbesondere die beliebten Pickups von Ford und General Motors standen dabei im Mittelpunkt.
Doch der Cybertruck erreichte seit seiner Markteinführung 2023 nicht die erhoffte Nachfrage. Nach Angaben des «Handelsblatts» wurden 2025 rund 20'000 Exemplare verkauft.
Dabei hatte Musk vor dem Marktstart ein jährliches Absatzziel von 250'000 Fahrzeugen ausgegeben. Die tatsächlichen Verkaufszahlen blieben damit deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.
Cybertruck mit Qualitätsproblemen: Musk setzt auf autonome Robotaxis
Auch Qualitätsprobleme belasteten die Entwicklung des Modells. Wiederholte Rückrufaktionen und Preisanpassungen begleiteten den Cybertruck seit seiner Einführung, berichtet der «Spiegel».
Mit dem geplanten Umbau verfolgt Tesla eine stärkere Ausrichtung auf autonome Fahrzeuge. Das Cybercab ist zentral für Musks Plan, Tesla zum Robotik- und Autonomiekonzern umzubauen.
Das Robotaxi kommt ohne Lenkrad und Pedale aus. Musk betrachtet das Fahrzeug als künftiges Volumenmodell innerhalb eines grösseren Netzwerks autonomer Fahrzeuge.
Tesla und SpaceX verlieren Milliarden an Börsenwert
Laut dem «Goldesel» befindet sich das Cybercab in Austin bereits im kommerziellen Probebetrieb. Gleichzeitig prüft die US-Verkehrsbehörde NHTSA laut dem Bericht, ob die Fahrzeuge den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.
Die Produktionsankündigung erfolgt in einer Phase wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit für Musk-Unternehmen. Tesla und SpaceX verloren im Umfeld der US-Zwischenwahlen innerhalb von zwei Handelstagen zusammen rund 456 Milliarden US-Dollar an Börsenwert.

Auf Tesla entfielen davon etwa 216 Milliarden US-Dollar. Am 6. November notierte die Tesla-Aktie nach den dort veröffentlichten Marktdaten zwischenzeitlich wieder im Plus.
Musk setzt auf Cybercab: Zukunft des Cybertrucks bleibt offen
Für Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, ob Tesla seine Robotaxi-Pläne tatsächlich in grösserem Umfang umsetzen kann. Der geplante Kapazitätswechsel bedeutet eine Verlagerung zu einem Geschäftsmodell, dessen Erfolg von der Produktion und Einführung des Cybercab abhängt.
Der leitende Cybertruck-Ingenieur Wes Morrill bezeichnete das bisherige Modell auf X als wichtige technologische Entwicklungsplattform. Die dabei gewonnenen Technologien würden im Cybercab weiterleben.
Ob Tesla den Cybertruck Mitte 2027 vollständig einstellt, ist noch unklar. Der angekündigte Produktionsrückgang betrifft zunächst nur das Werk in Texas.
















