Tesla Roadster: Ein Sprung ins Rampenlicht
Tesla zeigt einen Sportwagen, der sich kopfüber festsaugen und durch die Luft springen kann. Was fehlt, sind ein Preis und fester Liefertermin.

Ein Marketing-Coup mit auffälligen Leerstellen. Nur ein Produktionsjahr: 2028, acht Jahre nach dem ursprünglich versprochenen Termin.
Dennoch bestimmt die Show vom 15. Oktober auf einem SpaceX-Gelände in Waco, Texas, derzeit die Schlagzeilen weltweit. Geplant war zuvor der 1. Oktober, doch Tesla verschob die Präsentation wegen Unwetterprognosen um zwei Wochen.
Show in Waco, Fakten auf X
Auf einer halben Achterbahn-Rampe klebte der Wagen per Saugsystem kopfüber und schlug danach Flips in der Luft. Technische Daten reichte Tesla erst nach dem Livestream nach – auf X.

Das Fachportal Electrek las den Auftritt auch als Schaufenster für die enge Verbindung zwischen Tesla und SpaceX. Die Tesla-Aktie hatte am selben Tag, Stunden vor dem Start, 3.2 Prozent zugelegt.
Drei Stufen bis zum Abheben
Tesla teilt den Roadster in drei Versionen: Performance, Thrust und Rocket. Der Performance ist strassentauglich und schafft 0–60 mph (rund 97 km/h) in unter 1.6 Sekunden.
Thrust ergänzt Kaltgasdüsen im Heck; die Schweizer Tesla-Seite verspricht den Sprint auf 100 km/h damit in unter einer Sekunde. Die Rocket-Variante ist ein Einsitzer mit Düsen rund um die Karosserie und kann tatsächlich abheben.

Die Düsen erzeugen laut Tesla vier- bis fünfmal mehr Kraft, als die Reifen übertragen können. Das Gas lagert in Druckbehältern aus Kohlefaser, verteilt auf jeden nutzbaren Hohlraum.
Halbe Reichweite, halbe Sitzzahl
Das Datenblatt von 2017 rückt die Show in ein anderes Licht. Damals stellte Tesla rund 1'000 Kilometer Reichweite und vier Sitzplätze in Aussicht.
Heute nennt der Hersteller über 300 Meilen, also gut 480 Kilometer. Aus dem 2+2-Sitzer wurde ein Zweisitzer, beim Rocket sogar ein Einsitzer.

Nur die Beschleunigung übertrifft das alte Versprechen von 1.9 Sekunden deutlich. Wer 2017 bis zu 250'000 Dollar für die Founders Series überwies, wartet übrigens bis heute auf sein Auto.
Was in der Schweiz übrig bleibt
Interessenten können den Roadster bereits auf der Schweizer Tesla-Website vorbestellen. Was er in Franken kostet, verrät Tesla aktuell nicht.
In den USA kostet allein die Reservierung 50'000 Dollar, 45'000 davon fällig per Überweisung binnen zehn Tagen. Zum Rocket hält die Schweizer Seite fest, er sei nicht für den öffentlichen Strassenverkehr zugelassen.
Ohnehin gilt auf Schweizer Autobahnen Tempo 120 – knapp ein Drittel der Rocket-Spitze von über 370 km/h. Teslas Schweizer Geschäft trägt derweil ein anderes, weniger spektakuläres Auto: Das Model Y war im September landesweit die Nummer eins.
Die Daten im Überblick
- Versionen: Performance (2 Sitze, strassentauglich), Thrust (2 Sitze, limitiert), Rocket (1 Sitz, nur auf Einladung)
- 0–60 Meilen pro Stunde: unter 1.6 s / unter 0.9 s / unter 0.59 s; Messlauf an der Show: 0.81 s
- Höchstgeschwindigkeit: über 370 km/h (Rocket-Version)
- Reichweite: gut 480 km
- Technik: Multimodus-Saugsystem, aktive Aerodynamik, Kaltgasdüsen (Thrust/Rocket)
- Werkstoffe: Magnesium, Titan, Kohlefaser
- Produktionsstart: 2028
- Reservierung USA: 50'000 Dollar, laut Tesla rückerstattbar
- CHF-Basispreis: nicht kommuniziert










