Liechtenstein warnt nach Cyberangriff vor zu viel Finanztransparenz

    Keystone-SDA
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    Nach einem schweren Cyberangriff auf sein Eigentümerregister warnt Liechtenstein vor den Risiken immer umfassenderer Transparenzvorschriften in Europa. Die Offenlegungspflichten seien zu weit gegangen und schafften neue Angriffsziele für Hacker, sagte Prinz Michael von Liechtenstein der britischen Wirtschaftszeitung «Financial Times» vom Montag.

    Cyberangriff
    Liechtenstein warnt nach einem Cyberangriff vor den Risiken immer umfassenderer Transparenzvorschriften in Europa. - keystone

    Bei dem Angriff im Juli kopierten Hacker Daten zu rund 31'000 Unternehmen, Stiftungen, Trusts und anderen Rechtseinheiten. Erbeutet wurden unter anderem Namen, Geburtsdaten, Nationalitäten und Wohnsitzländer der wirtschaftlich Berechtigten. Wer hinter dem Angriff steckt und welches Motiv die Täter hatten, ist bislang unklar.

    Prinz Michael unterstützt nach eigenen Angaben grundsätzlich die Massnahmen gegen Geldwäscherei. Europa betreibe bei den Offenlegungspflichten inzwischen aber «bürokratischen Eifer». «Das betrifft nicht nur die Finanzbranche, sondern alle Unternehmen. Die Kosten dieser Offenlegung sind enorm geworden», sagte das Mitglied der Fürstenfamilie, das auch Präsident des Branchenverbands Finance Liechtenstein ist.

    Besonders kritisch sieht der Prinz die geplante Verknüpfung der nationalen Register in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Dadurch werde das beim Angriff in Liechtenstein sichtbar gewordene Risiko noch vervielfacht. Dass der Vorfall bei der EU-Kommission zu einem Umdenken führt, bezweifelt er.

    Liechtenstein hat seine Finanzmarktregulierung in den vergangenen Jahren verschärft und unter anderem den automatischen Austausch von Steuerinformationen sowie europäische Geldwäschereiregeln übernommen. Das angegriffene Register soll Behörden ermöglichen, die tatsächlichen Eigentümer von Firmen und anderen Strukturen zu identifizieren.

    Das Fürstentum ist kein EU-Mitglied, gehört aber dem EWR an und muss daher zahlreiche EU-Regeln übernehmen. Der Finanzplatz wächst derweil weiter: Die von den elf Banken verwalteten Kundenvermögen stiegen im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent auf 538 Milliarden Franken.

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    Kommentare

    User #5734 (nicht angemeldet)

    Die KI wird auch diese Transparenz schaffen . Verdeckte Konten sind nur eine Frage der Zeit , bis sie geöffnet sind .

    User #3817 (nicht angemeldet)

    Liechtenstein hat Angst um ihre Schwarzgeldkunden.

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