Klima-Label findet bei Banken nur langsam Anklang

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Zürich,

Banken zeigen ihren Kunden mit den Swiss Climate Scores die Klimaauswirkungen ihrer Produkte auf. Breitflächig etabliert ist das Label jedoch nicht. Die Stiftung Ethos fordert darum eine gesetzliche Pflicht statt Freiwilligkeit.

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Klima-Label findet bei Banken nur langsam Anklang. - keystone

Vier Jahre ist es her, seit der Bundesrat die Swiss Climate Scores lanciert hat. Sie sollen Transparenz über die Klimaverträglichkeit von Anlageprodukten herstellen. Ausgewiesen werden mit den Scores etwa Treibhausgasemissionen und die Exposition gegenüber fossilen Brennstoffen.

Es bleibt jedoch den Banken überlassen, ob sie das Klima-Label ausweisen. Mittlerweile ist es in der Branche breiter akzeptiert als kurz nach der Lancierung, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur AWP unter den grössten Schweizer Banken zeigt.

Die Waadtländer Kantonalbank und die Post-Tochter Postfinance haben in den vergangnen zwei Jahren das Signet eingeführt. Die UBS, die als erste grosse Bank die Scores eingeführt hatte, hat die Anwendung in den vergangenen Jahren ausgeweitet.

Die Grossbank weist die Scores mittlerweile für rund 400 Aktien- und Anleihefonds aus. «Zudem haben wir die Indikatoren für Privatkunden verständlich und übersichtlich in die wichtigsten digitalen Banking-Kanäle eingebunden», sagt Sprecherin Sabrina Adam. Auch die ZKB und die Migros Bank wenden das Klima-Label breitflächig an.

Nicht alle Institute wenden das Signet breitflächig an. Die Basler Kantonalbank setzt die Scores nur für institutionelle Portfolios ein, nicht für einzelne Produkte. Und die Luzerner Kantonalbank berichtet nur zu einzelnen Kennzahlen der Swiss Climate Scores. «Aus Sicht der LUKB bietet der vollständige Swiss Climate Score jedoch den Kundinnen und Kunden derzeit keinen wesentlichen zusätzlichen Nutzen», erklärt Sprecherin Sibylle Umiker.

Raiffeisen wendet die Scores nach wie vor nicht an. «Für die weitere Implementation der Swiss Climate Scores besteht aus unserer Sicht noch Verbesserungspotenzial hinsichtlich der Aufklärung von Anlegerinnen und Anlegern darüber, wie diese Kennzahlen interpretiert werden müssen», sagt Sprecher Jan Söntgerath.

Auch von anderen Banken gibt es Kritik. «Aus Nachhaltigkeitssicht tragen die Scores der Komplexität des Klimathemas gut Rechnung. Aus Kundensicht ist die Anzahl der verschiedenen Indikatoren mit teilweise unterschiedlichen Aussagen zu komplex», sagt Urs Aeberli, Sprecher der Migros Bank. Dem Institut sind keine Fälle bekannt, in denen Kunden aufgrund Scores einen Anlageentscheid gefällt haben.

Die Stiftung Ethos zieht eine gemischte Bilanz. Die Idee hinter den Scores sei richtig gewesen, sagt Direktor Vincent Kaufmann. Er begrüsst, dass dadurch die Vergleichbarkeit von Klimadaten ermöglicht wird.

Ein einheitliches Format bringe nur etwas, wenn genügend Anbieter mitmachten. «Doch zuletzt stagnierte die Anwendung, statt sich auszuweiten.» Zudem hätten Banken, die die Scores nutzten, meist schon vorher detaillierte Nachhaltigkeitsdaten veröffentlicht.

Ethos spricht sich deshalb für eine gesetzliche Pflicht aus, mindestens für Produkte, die als nachhaltig beworben werden. «Die heutige Freiwilligkeit führt zu einer Verzerrung: Vor allem Fonds mit guten Werten würden die Scores freiwillig offenlegen». Kunden könnten so Fonds nicht richtig vergleichen.

Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen hält jedoch an der Freiwilligkeit fest. «Die Swiss Climate Scores wurden bewusst als freiwilliges Instrument konzipiert», sagt Sprecher Vinzenz Mathys. Man führe deshalb keine Evaluation der Verbreitung durch und definiere auch keine Zielgrösse für die Anzahl der Institute oder Produkte.

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