Die kanadische Notenbank wird in Zukunft weniger Staatsanleihen kaufen. Die Zentralbank reduziert die Käufe um eine Milliarde kanadische Dollar pro Woche.
Zentralbank Kanada
Kanadas Finanzminister Bill Morneau. Die Zentralbank in Kanada wird den Kauf von Staatsanleihen zurückfahren. (Archivbild) - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Die kanadische Notenbank reduziert den Umfang der wöchentlichen Käufe von Staatsanleihen.
  • Damit macht die Zentralbank einen Schritt aus dem Krisenmodus.
  • Der Leitzins bleibt aber erstmal unverändert.

Die Notenbank von Kanada entschärft den Krisenmodus ihrer Geldpolitik ein Stück weit. Künftig werde die Zentralbank nur noch Staatsanleihen im Volumen von 3 Milliarden kanadische Dollar pro Woche kaufen. Dies teilte die Notenbank am Mittwoch in Ottawa mit. Zur Orientierung: 3 Milliarden kanadische Dollar entsprechen ungefähr 2,2 Milliarden Franken.

Schritt zur Straffung der Geldpolitik

Bisher haben die Währungshüter Papiere in einem Volumen von 4 Milliarden kanadische Dollar pro Woche erworben. Mit der Entscheidung mache die Notenbank «einen ersten Schritt in Richtung einer Straffung der Geldpolitik», kommentierten Experten der Dekabank.

Der Leitzins bleibe hingegen unverändert bei 0,25 Prozent, hiess es weiter von den Währungshütern. An den Finanzmärkten war die Reduzierung der Anleihekäufe von vielen nicht erwartet worden. Am Devisenmarkt reagierte der kanadische Dollar mit deutlichen Kursgewinnen auf die geldpolitischen Beschlüsse.

Stimmungsindikatoren zuletzt positiv

In Kanada hatten sich Stimmungsindikatoren aus der Wirtschaft zuletzt deutlich aufgehellt, was auf einen stärkeren Aufschwung hindeutet. Darüber hinaus war die Arbeitslosigkeit zuletzt spürbar gesunken.

Kanadas Wirtschaft hängt als wichtiger Handelspartner der USA stark vom Nachbarland ab. Dabei können sie aktuell von gewaltigen Konjunkturprogrammen und schnellen Fortschritten bei den Corona-Impfungen profitieren.

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