Japans Inflation zieht im Juli wieder an
Die Inflation in Japan hat im Juli wieder angezogen. Damit steigen die Erwartungen, dass die japanische Notenbank (BoJ) ihre Geldpolitik in den kommenden Monaten weiter straffen könnte.

Die Konsumentenpreise ohne frische Lebensmittel stiegen im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent, wie aus am Freitag veröffentlichten Regierungsdaten hervorgeht. Im Juni hatte die Teuerungsrate noch bei 1,6 Prozent gelegen. Der Anstieg entsprach den Erwartungen von Ökonomen.
Preistreibend wirkten unter anderem höhere Kosten für importierte Energie. Wegen des Konflikts im Nahen Osten sind die Ölpreise zuletzt deutlich gestiegen. Zudem verteuert der schwache Yen die Einfuhren für das rohstoffarme Japan.
Die Regierung versucht unterdessen, die Folgen der höheren Preise für die Haushalte abzufedern. Neben Steuererleichterungen und weiteren Hilfen soll die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel ab April 2027 von 8 auf 1 Prozent gesenkt werden.
Die jüngsten Inflationsdaten dürften die BoJ laut Ökonom Taro Kimura von Bloomberg Economics in ihrer Einschätzung bestärken, dass sich die zugrunde liegende Inflation nachhaltig dem Ziel von 2 Prozent nähert. Er rechnet bereits im Oktober mit einer weiteren Straffung der Geldpolitik.
Dafür spricht auch die robuste Konjunktur. Die japanische Wirtschaft war im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent gewachsen.
Die BoJ hatte ihren Leitzins Ende Juli unverändert belassen. Zuvor hatte sie ihn im Juni auf 1 Prozent angehoben und damit auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten.














