Der japanische Milliardär Yusaku Maezawa ist vor seinem Flug zur internationalen Raumstation ISS aufgeregt «wie ein Schuljunge».
Der japanische Milliardär Yusaku Maezawa
Der japanische Milliardär Yusaku Maezawa - POOL/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Milliardär will am Mittwoch für zwölf Tage zur ISS fliegen.

«Ich bin aufgeregt», sagte der angehende Weltraumtourist am Dienstag bei einer Pressekonferenz auf dem russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan über den für Mittwochmorgen geplanten Raketenstart. «Ich bin wie ein Grundschüler, der auf einen Schulausflug wartet.»

Maezawa soll mit seinem Assistenten Yozo Hirano zwölf Tage auf der ISS bleiben. Der 46-Jährige verspricht sich davon tolle neue Eindrücke. «Ich möchte die Erde aus dem Weltall sehen. Ich möchte in Schwerelosigkeit schweben», sagte der Gründer des grössten Online-Handels für Bekleidung in Japan. Und er sei gespannt, «wie ich mich durch diese Erfahrung verändere».

Maezawa will mit Hiranos Hilfe seinen Alltag auf der ISS dokumentieren und damit die mehr als 750.000 Abonnenten seines Youtube-Kanals unterhalten. Für die Zeit auf der Raumstation hat sich der Japaner eine To-do-Liste mit 100 Aufgaben zusammengestellt. Dazu gehört ein Badminton-Freundschaftsspiel.

Der russische Kosmonaut Alexander Misurkin, der Maezawa und Hirano zur ISS fliegt, sagte bei der Pressekonferenz, die Mission sei eine «Herausforderung» und sie würden auf der ISS viel zu tun haben.

Nach der Bedeutung von Weltraumtourismus befragt sagte Maezawa: Es könne den Menschen «Hoffnung» geben und ihre Träume beflügeln, «wenn ein normaler Mensch wie ich in solch eine unbekannte Welt gehen kann».

Ganz so normal ist Maezawa allerdings nicht. Der Milliardär und Kunstsammler steht laut «Forbes» auf Rang 30 der Liste der reichsten Menschen Japans. So gestand Maezawa denn auch ein, dass er «gesegnet» sei mit der Möglichkeit, sich mit dem Flug ins All einen Kindheitstraum zu erfüllen.

Die russische Sojus-Rakete soll am Mittwoch um 08.38 Uhr MEZ vom Weltraumbahnhof Baikonur starten. Sie wurde eigens mit der japanischen Flagge und Maezawas Logo «MZ» verziert.

Maezawa ist der erste Weltraumtourist der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos seit mehr als zehn Jahren. In den vergangenen Jahren hatte Russland westlichen Raumfahrtfirmen diese Einnahmequelle überlassen. Auch sonst kämpft Russland derzeit darum, mit den westlichen Konkurrenten Schritt zu halten. Vergangenes Jahr beendete das US-Unternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk mit seinem Raumschiff «Crew Dragon» das russische Monopol auf bemannte Flüge zur ISS. Welche Summe Maezawa der russischen Weltraumbehörde für sein Abenteuer zahlt, ist unbekannt.

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