Nach dem Corona-Einbruch im Vorjahr hat der Industriekonzern im vergangenen Jahr 2021 einen Gewinnsprung gemacht. Der Betriebsgewinn (EBIT) kletterte auf 352 Millionen Franken nach 204 Millionen im ersten Pandemiejahr 2020.
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Die Firma Bucher. - sda - KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
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Das Wichtigste in Kürze

  • Auch unter dem Strich klingelte die Kasse: Der Hersteller von Landmaschinen, Gemeindefahrzeugen, Hydraulikkomponenten, Glasbehältermaschinen und Fruchtsaftpressen fuhr einen Reingewinn von 269 Millionen Franken ein, wie der Konzern am Mittwoch bekannt gab.

Im Vorjahr war das Nettoergebnis mit 152 Millionen Franken auf den tiefsten Stand seit 2016 gefallen.

Damit hat Bucher die Erwartungen der Finanzgemeinde etwas übertroffen. Analysten hatten mit leicht weniger EBIT und Reingewinn gerechnet. Auch bei der Dividende schüttet Bucher mehr als erwartet: Die Aktionäre erhalten nun 9,50 Franken pro Aktie nach 6,50 Franken vor einem Jahr.

Den Umsatz hatte Bucher bereits im Januar bekannt gegeben. Er stieg im Berichtsjahr 2021 um 15,9 Prozent auf 3,18 Milliarden Franken. Der Auftragseingang lag mit 3,95 Milliarden gar um 39,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

«Die Produkte und Dienstleistungen von Bucher Industries erfreuten sich im Berichtsjahr einer äusserst starken Nachfrage», schreibt der Konzern in der Mitteilung. Bei allen fünf Divisionen sei der Auftragseingang markant gestiegen und habe insgesamt sogar das hohe Vorkrisenniveau von 2019 um knapp ein Drittel übertroffen.

Das sei vor allem auf die sehr gute wirtschaftliche Entwicklung, aber auch auf Nachholeffekte sowie vorsorgliche Bestellungen zurückzuführen gewesen. Wie die gesamte Industrie weltweit kämpfte auch Bucher mit Engpässen und Verzögerungen in der Lieferkette und der Logistik sowie mit steigenden Material- und Transportkosten.

Die Probleme für die Produktion hätten sich im Jahresverlauf akzentuiert, jedoch hätten die Divisionen diese sehr gut bewältigt. Sie erhöhten den Personalbestand laut Mitteilung vorwiegend mit temporären Mitarbeitern, konnten die Stellen jedoch vor allem in den USA nicht im gewünschten Mass besetzen.

Die Betriebsgewinnmarge stieg derweil auf «sehr gute» 11,1 Prozent. Das ist die erste zweistellige Betriebsgewinnmarge seit Jahren. 2020 war sie auf 7,4 Prozent gefallen.

Der Konzern erwartet für das Gesamtjahr 2022 einen leicht höheren Umsatz und eine etwas tiefere, zweistellige Betriebsgewinnmarge. Das Konzernergebnis dürfte knapp den hohen Wert von 2021 erreichen. Die Nachfrage werde sich auf sehr hohem Niveau abschwächen, meint Bucher. Dank des aussergewöhnlich hohen Auftragsbestands per Ende 2021 blieben die Kapazitäten insbesondere im ersten Halbjahr stark ausgelastet.

Die Schwierigkeiten bei der Beschaffung und der Logistik dürften vorerst zumindest fortbestehen. Die daraus resultierenden Ineffizienzen in der Produktion sowie die steigende Kostenbasis würden den Druck auf die Margen erhöhen. «Die Knappheit an qualifizierten Arbeitskräften wird die Abarbeitung des rekordhohen Auftragsbestands zusätzlich erschweren», so Bucher.

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