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Indien und EU schliessen historischen Handelsdeal – wer profitiert?

Esada Kunic
Esada Kunic

Indien,

Das Abkommen zwischen Indien und der EU soll Wachstum und Jobs fördern, ist aber angesichts der US-Handelspolitik und Chinas Einfluss geopolitisch bedeutsam.

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Nach 18 Jahren besiegeln Indien und die EU ein geopolitisch bedeutsames Handelsabkommen. - keystone

Indien und die EU haben am Dienstag in Neu-Delhi ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. «Die EU und Indien schreiben heute Geschichte», sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Neu-Delhi laut «Deutschlandfunk».

Das Abkommen nannte von der Leyen «Mutter aller Deals», wie «Die Neue Zürcher Zeitung» berichtet. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurde damit die grösste Freihandelszone der Welt geschaffen.

Findest du es gut, dass die EU ein Freihandelsabkommen mit Indien unterzeichnet hat?

Mit dem Abkommen sollen Wachstum und Arbeitsplätze gefördert sowie unerwünschte Abhängigkeiten von anderen Ländern reduziert werden. Die aggressive US-Handelspolitik und Chinas zunehmender Einfluss verleihen dem Abkommen besondere geopolitische Bedeutung.

Indien senkt Zölle wie nie zuvor – Vorteil für die EU

Indien gewährt der EU beispiellose Zollsenkungen, die kein anderer Handelspartner erhielt. Autozölle sinken schrittweise von 110 Prozent auf 10 Prozent, berichtet das «ZDF».

Die EU-Warenausfuhren nach Indien sollen bis 2032 verdoppelt werden. Zölle auf 96,6 Prozent der EU-Exporte nach Indien werden abgeschafft oder gesenkt, meldet die Europäische Kommission.

Jährlich sparen EU-Unternehmen durch das Abkommen rund vier Milliarden Euro an Zöllen. Besonders profitieren sollen der Maschinenbau, die Chemieindustrie und der Automobilsektor, berichtet das «ZDF».

Strategische Bedeutung für Europa

Das Abkommen ist mehr als ein Handelsdeal, es ist ein geopolitisches Signal. Die EU will Abhängigkeiten von China reduzieren und sich breiter aufstellen, schreibt der «ORF».

indien eu Freihandelsabkommen
Ein Handelsdeal zwischen Indien und der EU wurde offiziell vereinbart. - keystone

Sensible europäische Agrarsektoren wie Rindfleisch, Geflügel, Reis und Zucker bleiben ausgenommen. Alle indischen Einfuhren müssen weiterhin strengste EU-Gesundheitsvorschriften erfüllen, meldet die EU-Kommission.

Für europäische Bauern ergeben sich dennoch neue Chancen beim Export von Wein und Olivenöl. Indiens Zölle auf Wein sinken von 150 auf 75 Prozent, berichtet die Europäische Kommission.

Deutschland als grösster EU-Partner

Deutschland ist bereits jetzt Indiens grösster Handelspartner in der EU. Das bilaterale Handelsvolumen betrug 2024 rund 31 Milliarden Euro, berichtet das «ZDF».

Deutsche Unternehmen sind mit etwa 2000 Niederlassungen und über 500'000 Mitarbeitern in Indien vertreten. Volker Treier von der Deutschen Industrie- und Handelskammer nannte das Abkommen einen «echten Game-Changer», meldet die «DIHK».

Bis zur Umsetzung steht eine fünf- bis sechsmonatige juristische Prüfung an. Das Abkommen muss im Europäischen Parlament beraten und ratifiziert werden, berichtet das «ZDF».

Kommentare

User #5714 (nicht angemeldet)

So härzig wie immer die Froschperspektive 🐸 der Autobauer von der EU in den Mittelpunkt gerückt wird. Auch die Inder werden kaum welche aus der EU kaufen😁

User #2009 (nicht angemeldet)

Die EU schliesst einen Vertrag mit Indien, welches 70% des Stromverbrauches aus Kohle macht! Die Bürgen zuhause müssen hingegen ihre Gas, Öl und Kohle Heizung ersetzen...

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