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    EU und Indien unterzeichnen Freihandelsabkommen

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Indien,

    Nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen vereinbaren EU und Indien ein Freihandelsabkommen. Der Deal schafft einen Markt mit zwei Milliarden Menschen.

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    Das historische Abkommen zwichen EU und Indien wurde besiegelt. Im Bild (v. l. n. r.): EU-Ratspräsident António Costa, Indiens Premierminister Narendra Modi und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. - keystone

    Die EU und Indien haben am Dienstag ein historisches Freihandelsabkommen besiegelt. Indiens Premierminister Narendra Modi bezeichnete den Pakt als die «Mutter aller Deals», wie «T-Online» berichtet.

    Das Abkommen deckt ein Viertel der globalen Wirtschaftsleistung ab. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Indiens Premier Modi unterzeichneten das Abkommen in Neu-Delhi.

    Findest du es gut, dass die EU ein Freihandelsabkommen mit Indien unterzeichnet hat?

    Gemeinsam mit EU-Ratspräsident António Costa war von der Leyen zum Gipfel nach Indien gereist. Dort besuchten sie die Parade zum indischen Nationalfeiertag.

    Massive Zollsenkungen für deutsche Industrie

    Die deutsche Autoindustrie soll besonders stark profitieren, meldet «T-Online». Indien belastet EU-Fahrzeuge derzeit mit Zöllen von bis zu 110 Prozent.

    Diese werden für 250'000 Fahrzeuge pro Jahr schrittweise auf zehn Prozent gesenkt. Zölle auf Autoteile fallen nach fünf bis zehn Jahren vollständig weg.

    Auch Maschinenbau, Chemie und Pharma gewinnen durch den Abbau hoher Importabgaben, berichtet die «Tagesschau».

    Milliardengewinne für beide Seiten

    Eine Studie des Kiel-Instituts für Weltwirtschaft prognostiziert deutliche Wohlfahrtsgewinne, wie das «Handelsblatt» berichtet. Das Bruttoinlandsprodukt der EU könnte dauerhaft um 0,12 bis 0,13 Prozent jährlich steigen.

    Das entspricht rund 22 Milliarden Euro (20,2 Milliarden Franken) zusätzlicher Wirtschaftsleistung für die EU.

    eu indien Freihandelsabkommen
    Wirtschaftliche Zusammenarbeit: EU und Indien erzielen ein Freihandelsabkommen. - keystone

    Die EU-Exporte nach Indien würden um 65 Prozent zunehmen, so die Studie. Indische Exporte in die EU sollen um 41 Prozent steigen.

    Schutz für europäische Bauern

    Sensible Agrarsektoren bleiben ausgenommen, teilt die EU-Kommission mit, wie «T-Online» berichtet. Rindfleisch, Geflügel, Reis und Zucker sind von der Liberalisierung ausgeschlossen.

    Ähnliche Proteste wie beim Mercosur-Abkommen werden nicht erwartet. Europäische Bauern erhalten neue Chancen auf dem indischen Markt.

    Die Zölle auf Wein sinken bei Inkrafttreten auf 75 Prozent. Und später sollen sie nur noch 20 Prozent betragen.

    Geopolitische Neuausrichtung im Handel zwischen EU und Indien

    Das Abkommen gilt als strategischer Schritt beider Seiten, berichtet «T-Online». Angesichts der angespannten Beziehungen zu den USA sucht die EU wirtschaftliche Alternativen.

    Die EU will Abhängigkeiten von volatilen Märkten verringern. Volker Treier von der Deutschen Industrie- und Handelskammer sieht darin einen Game-Changer, wie die «Tagesschau» meldet.

    indien eu Freihandelsabkommen
    Ein Handelsdeal zwischen Indien und der EU wurde offiziell vereinbart. - keystone

    Das Abkommen helfe, beachtliche Zollsätze und Handelshürden beim Markteintritt abzubauen. Für Unternehmen aus Automobil-, Maschinenbau- und Chemiesektor seien die Zollsenkungen eine wünschenswerte Konjunkturhilfe.

    Langwieriger Ratifizierungsprozess steht bevor

    Bis zur praktischen Umsetzung dauert es noch Monate, berichtet «T-Online». Eine fünf- bis sechsmonatige juristische Prüfung steht nun an.

    Das Abkommen muss vom Europäischen Parlament und allen nationalen Parlamenten ratifiziert werden. Das deutsch-indische Handelsvolumen betrug 2024 rund 31 Milliarden Euro (28,5 Milliarden Franken), meldet die «Tagesschau».

    Aus Deutschland wurden Waren im Wert von 17 Milliarden Euro (15,6 Milliarden Franken) nach Indien exportiert. In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Handelsvolumen fast verdoppelt.

    Kommentare

    User #1065 (nicht angemeldet)

    Jetzt wird Trump Angscht und Bange.

    User #5617 (nicht angemeldet)

    Nicht zu früh jubeln. Das Freihandelsabkommen wird dann garantiert wieder im EU-Parlament von Grün-Rechts blockiert. Wie gehabt bei Mercosur...

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