Eine Flugbegleiterin hat der Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific vorgeworfen, ihr wegen Einträgen im Online-Dienst Facebook in Verbindung mit den Protesten in der chinesischen Sonderverwaltungszone gekündigt zu haben.
Rebecca Sy bei einer Pressekonferenz in Hongkong
Rebecca Sy bei einer Pressekonferenz in Hongkong - AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Gewerkschafterin hatte über Proteste in Chinas Sonderverwaltungszone geschrieben.

Sie sei von einem geplanten Flug nach China abgezogen und am folgenden Tag gefeuert worden, sagte die 26-jährige Gewerkschafterin Rebecca Sy am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die Geschäftsführung habe ihr Einträge ihres Facebook-Kontos gezeigt, in denen es um die seit Wochen anhaltenden Proteste gegen die pekingtreue Regierung gegangen sei.

Eine offizielle Begründung für ihre Entlassung sei ihr jedoch nicht genannt worden, sagte Sy, die für die regionale Tochter Cathay Dragon tätig war. «Die Antwort, die ich bekam, war 'Ich kann Ihnen nicht sagen, warum'.» Alle ihre Kollegen hätten grosse Angst wegen «dieses 'weissen Terrors'», sagte Sy und benutzte damit einen gängigen Ausdruck für Druck aus China auf Hongkong.

Als Reaktion auf massiven chinesischen Druck hatte Cathay Pacific vor einer Woche den Rücktritt ihres Chefs Rupert Hogg bekannt gegeben. Mit dem Schritt übernehme er die «Verantwortung als Unternehmenschef mit Blick auf die jüngsten Ereignisse», teilte die Airline mit.

Die chinesische Luftfahrtbehörde hatte die Airline vergangene Woche angewiesen, Protestteilnehmer unter ihren Beschäftigten auf Flügen durch den chinesischen Luftraum nicht einzusetzen. Ein Teil der rund 27.000 Cathay-Pacific-Beschäftigten hatte an dem von der Protestbewegung ausgerufenen Generalstreik Anfang des Monats teilgenommen.

Der für Konzernbelange zuständige Vorstand James Tong erklärte, als «führende internationale Fluggesellschaft» sei Cathay Pacific dazu verpflichtet, «alle massgeblichen Gesetze und Regulierungen in den Rechtsräumen, in denen wir aktiv sind, zu befolgen». Auf Sys Entlassung ging er nicht ein.

In Hongkong gibt es seit Wochen Massendemonstrationen für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Die meisten grossen Unternehmen in der ehemaligen britischen Kronkolonie haben enge Geschäftsbeziehungen zu China.

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