Hilti setzt bei Baustellen der Zukunft auf Software und KI
Der Werkzeughersteller Hilti sieht in der Digitalisierung den grössten Hebel für eine produktivere Baubranche. Viele Abläufe auf Baustellen liefen noch immer mit «Papier und Bleistift», sagte CEO Jahangir Doongaji im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Gerade deshalb sei das Potenzial für digitale Lösungen enorm.

Hilti wolle sich vom klassischen Werkzeuganbieter zunehmend zu einem Anbieter kompletter Lösungen mit Hardware, Dienstleistungen und Software entwickeln. Konkret setzt der Konzern auf Programme zur Geräteverwaltung oder zur besseren Kommunikation zwischen Baustelle und Büro. Bauunternehmen verlieren laut Doongaji oft viel Zeit mit der Suche nach Werkzeugen, Pumpen oder Leitern auf verschiedenen Baustellen. Digitale Systeme könnten diese Prozesse deutlich effizienter machen.
Das Softwaregeschäft wachse stark und habe zuletzt um rund 28 Prozent zugelegt. Bereits etwa 25'000 Kunden nutzten entsprechende Hilti-Lösungen. Langfristig solle Software neben dem traditionellen Werkzeuggeschäft und Dienstleistungen zum dritten Standbein des Unternehmens werden. Auch künstliche Intelligenz spiele dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Intern liefen derzeit rund 70 KI-Projekte.
Trotz geopolitischer Unsicherheiten und neuer Spannungen im Nahen Osten sieht sich Hilti robust aufgestellt. Der Konzern habe bereits vor Jahren begonnen, seine Lieferketten breiter abzustützen und betreibe heute 19 Werke in elf Ländern. Der Krieg im Nahen Osten dürfte laut Doongaji allerdings höhere Kosten für Rohstoffe, Transporte und ölbasierte Produkte verursachen.
Der Liechtensteiner Industriekonzern mit Sitz in Schaan produziert vor allem Werkzeuge, Maschinen und Befestigungssysteme für die Bauindustrie. Bekannt ist er insbesondere für seine roten Bohrhämmer und Bohrmaschinen. Er produziert aber auch Geräte, die einen Blick in Wände ermöglichen. 2025 erzielte das Unternehmen mit über 34'000 Beschäftigten einen Umsatz von 6,3 Milliarden Franken.






