Der Rohstoffhändler und Bergbaukonzern Glencore hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres weniger Kupfer und Kohle gefördert. Besser als erwartet lief hingegen das Marketinggeschäft.
Der Hauptsitz der Rohstoffhandelsfirma Glencore in Baar (Bild von 2018).
Der Hauptsitz der Rohstoffhandelsfirma Glencore in Baar (Bild von 2018). - sda - KEYSTONE/URS FLUEELER

Das Wichtigste in Kürze

  • Das teilte das Unternehmen am Freitag im Produktionsrapport mit.

Die Kohleförderung sank im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 76,3 Millionen Tonnen. Das Unternehmen sieht aber positive Impulse durch die gestiegene Nachfrage nach Energie. Vor allem in Australien erholte sich die Kohleproduktion im zweiten Halbjahr wieder. Der Rückgang liege vor allem an Wartungsarbeiten an der Miene in Prodeco (Kolumbien) sowie der geringen Produktion und Nachfrage in Südafrika begründet.

Auch die Förderung von Kupfer sank. Das Unternehmen verbuchte im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 4 Prozent auf 895'000 Tonnen. Als Gründe nennt Glencore geringer Abbauwerte in unterschiedlichen Minen. Etwa die Hälfte des Rückgangs liege an einem geringeren Aufkommen von Kupfernebenprodukten ausserhalb der eigentlichen Kupferförderung.

Deutliche Zuwächse gab es bei der Produktion von Ferrochrom. Der Plus betrug 65 Prozent auf rund 1,07 Millionen Tonnen. Der Anstieg lässt sich damit erklären, dass im zweiten Quartal 2020 die Produktion in Südafrika durch einen nationalen Lockdown grösstenteils zum Erliegen gekommen war, wie Glencore schreibt.

Die Ölförderung stieg ebenfalls deutlich an. Glencore vermeldet ein Plus von 23 Prozent auf rund 4,1 Millionen Fass. Die spiegle die Aufnahme der Produktion in Äquatorialguinea im Februar, wie auch den Beitrag einer neuen Bohrung in Kamerun wieder. Das Feld im Tschad bleibe wegen Wartungsarbeiten noch das ganze Jahr ausser Betrieb.

Deutlich weniger Ausstoss gab es hingegen beim Blei (-11% auf 173,300 Tonnen), Nickel (-13% 71,100 Tonnen) und Gold (-9% auf 593'000 Unzen). Die Silberproduktion stagnierte mit einem Plus von 2 Prozent (23 Millionen Unzen) in etwa auf dem Vorjahresniveau. Auch Zink stagnierte auf dem Vorjahresniveau.

Die Produktion habe sich im Grossen und Ganzen wie erwartet entwickelt. Die Guidance für Kupfer, Kobalt, Zink, Nickel, Ferrochrom und Kohle lässt das Unternehmen daher unverändert.

Das Marketing zeigte eine starke Entwicklung. Auf Basis der ersten neun Monate erwartet Glencore daher einen Marketing-EBIT über der langfristig gesetzten Guidance von jährlich 2,2 bis 3,2 Milliarden US-Dollar.

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