Obwohl Kerosin-Mangel droht: Schweizer fliegen immer mehr

Elena Hatebur
Elena Hatebur

Zürich,

Die knappe Kerosin-Versorgungslage hält die Schweizerinnen und Schweizer nicht von ihren Ferienplänen ab. Die Flughäfen verzeichnen gar eine erhöhte Nachfrage.

Kerosin-Versorgungslage
Die Schweizerinnen und Schweizer lassen sich von der volatilen Kerosin-Versorgungslage nicht beirren. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kerosin-Versorgungslage bleibt wegen des Nahost-Konflikts fragil.
  • Dennoch reisen auch dieses Jahr wieder viele Schweizer mit dem Flugzeug in die Ferien.
  • Flughäfen und Fluggesellschaften verzeichnen und rechnen mit einer erhöhten Nachfrage.

Noch immer bedroht die mehrheitlich gesperrte Strasse von Hormus die globale Ölversorgung. Die Verhandlungen um eine Öffnung zwischen dem Iran und den USA stocken. Und sogar wenn die Schiffe wieder normal durchfahren dürften, würde es lange dauern, bis wieder Normalität einkehrt.

Beim Bund heisst es am 2. Juni: «Die Normalisierung der Versorgung nach einem allfälligen Ende des Konflikts wird Monate dauern.»

Trotzdem könnten alle Verkehrs­träger für die Versorgung genutzt werden. Flugpetrol, also Kerosin, sei voraussichtlich bis Ende Juni 2026 gesichert.

Danach müsste der Bund möglicherweise die Pflichtlager anzapfen. Ein sparsamer Umgang erscheint naheliegend.

Doch: Bei Herr und Frau Schweizer ändert die angespannte Lage offenbar nichts an den Ferienplänen. Im Gegenteil.

Flughafen Zürich schliesst neuen Passagier-Rekord nicht aus

Der Flughafen Zürich erwartet an den Wochenenden im Juli und August teilweise über 110'000 Passagiere pro Tag.

«Neue Tages-Höchstwerte bei den Passagierzahlen sind nicht auszuschliessen», bestätigt der Flughafen auf Anfrage von Nau.ch.

«Wir haben in den vergangenen Monaten eine Zunahme der Nachfrage beobachtet», schreibt der Flughafen weiter. Auch die Zahl der Flugbewegungen sei gestiegen, allerdings weniger stark.

Diese Wahrnehmung teilt auch der Flughafen Basel-Mulhouse. Für die Sommerferienperiode vom 27. Juni 2025 bis 4. September 2026 rechne man mit rund 2,37 Millionen Passagieren.

2025 zählte man während der entsprechenden Referenzperiode rund 2,19 Millionen Passagiere. «Auf Basis der aktuellen Prognosen entspräche dies einem Plus von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.»

Swiss sieht «teils deutlich höhere Buchungszahlen»

Auch die Fluggesellschaft Swiss spricht auf Anfrage von Nau.ch von einer «sehr guten und stabilen» Nachfrage nach Sommerflügen.

«Im Vergleich zum Vorjahr sehen wir – je nach Region – teils deutlich höhere Buchungszahlen.»

Rekordjahr Schweizer Fluggesellschaften
Wird 2026 für die Schweizer Fluggesellschaften ein neues Rekordjahr? - keystone

Vor allem Asien, Südafrika, der Südwesten Europas sowie Skandinavien seien sehr gefragt. Ob der kommende Sommer neue Rekordwerte bringe, lasse sich derzeit noch nicht sagen. «Aus heutiger Sicht zeigt der Trend aber klar nach oben», schreibt die Swiss.

Die Fluggesellschaft Edelweiss schreibt auf Anfrage von Nau.ch: Die Buchungsentwicklung für die kommenden Sommerferien bewege sich auf einem «stabilen und mit dem Vorjahr vergleichbaren Niveau.»

Fliegst du in den Sommerferien weg?

Sie stellte aber keine aussergewöhnliche Zunahme fest. «Insgesamt erwarten wir aktuell für den Sommer 2026 ähnliche Buchungszahlen wie im letzten Sommer.»

Die aktuellen geopolitischen Spannungen sorgten für kurzfristigere Buchungen. Insgesamt blieben diese allerdings breit abgestützt und stabil.

Verbindungen nach Asien und Afrika gefragt

Dass die Fluggesellschaften auf ihren Verbindungen nach Asien und Afrika zusätzliche Passagiere verbuchen, kommt nicht von ungefähr.

Der Konflikt im Nahen Osten macht Flüge über Drehkreuze am Persischen Golf nahezu unmöglich: Seit Kriegsbeginn haben mehrere Länder in der Region ihren Luftraum gesperrt.

Für Reisende aus der Schweiz werden Direktverbindungen deshalb umso attraktiver. Ein Zwischenstopp, beispielsweise in Dubai, ist dann nicht mehr nötig.

Entsprechend gibt es laut der Swiss «viele zusätzliche Gäste, die nun vermehrt auf europäische Airlines ausweichen». Insbesondere, wenn es um Verbindungen nach Asien und Afrika geht.

Auch deshalb bleibe die Nachfrage insgesamt sehr hoch. «Gerade bei kurzfristigen Buchungen liegen wir deutlich über dem Vorjahr.»

Kommentare

User #6726 (nicht angemeldet)

Ich brauche jetzt mein Geld noch, bevor mir der Staat alles raubt.

User #1414 (nicht angemeldet)

Und wieder zuhause wird dann über den Klimawandel gejammert. Den Vielfliegern ist wirklich nicht mehr zu helfen.

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