EZB Experte beklagt zu wenig Fortschritte bei Bankenunion
Bis zur vollständigen Bankenunion könnte es noch lange dauern. Dies meint der EZB-Experte Ignazio Angeloni.

Das Wichtigste in Kürze
- Ignazio Angeloni, EZB-Bankenaufseher, sieht weniger Zusammenarbeit in Europa.
- Dies gefährde die Vollendung der Bankenunion.
EZB-Bankenaufseher Ignazio Angeloni hält eine rasche Vollendung der Bankenunion in Europa für wenig wahrscheinlich. Neue politische Kräfte, die weniger auf Zusammenarbeit setzten, hätten in mehreren Ländern an Zulauf gewonnen oder sässen sogar in der Regierung, sagte das Führungsmitglied der EZB-Bankenaufsicht heute Montag laut Redetext in London.
«Dies könnte bedeuten, dass die weiterhin unvollendete und unvollkommene Bankenunion noch länger als ursprünglich gedacht so bleiben wird.» Eine halbfertige Bankenunion könne mit der Zeit aber die finanzielle und ökonomische Stabilität gefährden.
Die Euro-Finanzminister hatten zuletzt in Brüssel nur wenige Fortschritte bei der Reform der Euro-Zone erzielt. Beim Projekt einer gemeinsamen Einlagensicherung – einem zentralen Bestandteil der Bankenunion – einigte man sich nicht einmal auf einen Fahrplan für den Beginn politischer Verhandlungen. Kritiker des Projekts fordern, dass vor einer grösseren Risikoteilung erst bestehende Altlasten abgebaut werden müssten. Dazu zählen sie unter anderem die Verringerung hoher Bestände an faulen Krediten in den Bilanzen der Banken.












