Die Öl-Produktionserhöhungen könnten für zweieinhalb Monate ausgesetzt werden, ohne dass es zu einer Verknappung kommt. Dies sagt ein Experte der Commerzbank.
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Die Ölpreise sind nahezu stabil. - pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Ob Opec+ seinen Kurs beibehält, ist noch nicht klar.
  • Derzeit hebt der Ölverbund seine Produktion monatlich um 400'000 Barrel an.
  • Laut einem Experten könnte zweieinhalb Monate darauf verzichtet werden – ohne Verknappung.

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag im frühen Handel zunächst kaum von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 82,40 US-Dollar. Das waren 15 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg geringfügig auf 78,41 Dollar.

Am Ölmarkt dreht sich alles um die Reaktion der Förderländer. Dies nach der Freigabe strategischer Ölreserven durch grosse Verbrauchsländer wie die USA. Fraglich ist, ob der Ölverbund Opec+ seinen im Sommer eingeschlagenen Kurs beibehält. Und seine Produktion weiterhin um 400'000 Barrel je Monat anhebt.

Laut Carsten Fritsch, Experte von der Commerzbank, könnten die Produktionserhöhungen für zweieinhalb Monate ausgesetzt werden. Dies, ohne dass es zu einer Verknappung am Ölmarkt komme.

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Das Logo der Commerzbank. - AFP

Ein solcher Schritt würde die ohnehin angespannte Atmosphäre wohl weiter aufheizen. Am Mittwoch hatte die Internationale Energieagentur IEA Saudi-Arabien und Russland vorgehalten: Sie würden mit ihrem Kurs moderater Fördererhöhungen eine künstliche Knappheit am Ölmarkt erzeugen.

Die beiden Länder führen die 23 Länder der Opec+ faktisch an. Die Reservefreigabe der Verbrauchsländer wird auch als Reaktion auf die Weigerung der Opec+ angesehen, ihre Förderung stärker auszuweiten. Hintergrund der Debatte sind die hohen Ölpreise, die als Bedrohung für die wirtschaftlichen Erholung angesehen werden.

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