Der angeschlagene chinesische Immobilienkonzern Evergrande hat erneut einen Zahlungsausfall in letzter Minute abgewendet.
Evergrande-Center in Shanghai
Evergrande-Center in Shanghai - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Bericht: Knapp 41 Millionen Euro geflossen.

Kurz vor Fristende zahlte der Konzern fällige Zinsen auf eine Auslandsanleihe, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Freitag berichtete. Die 47,5 Millionen Dollar (40,6 Millionen Euro) flossen demnach am Donnerstag, die Frist lief am Freitag ab.

Eigentlich hätte Evergrande die Zinszahlung bereits bis 29. September leisten müssen, der Konzern erhielt aber eine «Gnadenfrist» bis 29. Oktober. Bereits vor einer Woche hatte das hoch verschuldete Unternehmen ebenfalls kurz vor Fristende eine Zinszahlung auf eine Auslandsanleihe in Höhe von umgerechnet knapp 72 Millionen Euro beglichen.

Am Montag nahm Evergrande nach eigenen Angaben die Arbeiten an mehr als zehn Bauprojekten wieder auf. Evergrande hat nach eigenen Angaben von Ende Juni 778 Bauprojekte in 233 chinesischen Städten.

Evergrande ist mit umgerechnet rund 260 Milliarden Euro tief verschuldet. Der Konzern konnte in den vergangenen Wochen Kredite nicht zurückzahlen, die Arbeiten auf vielen Baustellen ruhten, weil Firmen und Handwerker kein Geld erhielten. In den kommenden Wochen sind weitere Zahlungen fällig.

Noch ist unklar, ob der chinesische Staat einspringen würde, um eine Pleite abzuwenden. Ein Zusammenbruch von Evergrande könnte nicht nur im Immobiliensektor immensen Schaden anrichten, sondern auch die gesamte chinesische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen. Die chinesische Zentralbank hatte allerdings kürzlich versichert, die Risiken für Chinas Wirtschaft durch Evergrande seien «beherrschbar». Bloomberg berichtete kürzlich, Peking dränge Evergrande-Chef Xu Jiayin dazu, den Konzern mit Geld aus seinem Privatvermögen zu retten.

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