OPEC

    Emirate verlassen OPEC mitten in globaler Ölkrise

    Ein Alleingang der Emirate erschüttert die OPEC: Der Austritt fällt in eine globale Ölkrise und offenbart tiefe Risse zwischen Abu Dhabi und Riad.

    Abu Dhabi opec emirate
    Die Vereinigten Arabischen Emirate kehren der OPEC den Rücken. Der Austritt erfolgt mitten in einer weltweiten Ölkrise und legt die tiefen Spannungen zwischen Abu Dhabi und Riad offen. (Archivbild) - depositphotos

    Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben überraschend ihren Austritt aus der OPEC angekündigt. Wie der «ORF» berichtet, verlassen sie auch die erweiterte Allianz OPEC+ bereits zum 1. Mai.

    Die 1960 gegründete OPEC regelt die Förderquoten ihrer Mitglieder und beeinflusst so den Weltölpreis. Derzeit gehören ihr zwölf Staaten an, darunter Saudi-Arabien als dominante Macht.

    Glaubst du, dass der Austritt negative Folgen für den Ölmarkt haben wird?

    Der Schritt trifft das Kartell in einer besonders heiklen Phase. Die Strasse von Hormus – normalerweise Route für ein Fünftel des weltweiten Rohöls – ist durch den Iran-Krieg faktisch blockiert.

    Emirate brechen mit OPEC und setzen auf Eigenregie

    Die Emirate verwiesen in einer Erklärung ihrer Nachrichtenagentur WAM auf die eigene «langfristige strategische und wirtschaftliche Vision», berichtet «ZDFheute». Die anhaltenden Störungen im Persischen Golf hätten eine Neubeurteilung der Mitgliedschaft nötig gemacht.

    Energieminister Suhail Mohamed al-Masrui bestätigte laut «ORF», die Emirate hätten sich vor dem Austritt mit keinem anderen Staat abgestimmt. Weder mit Saudi-Arabien noch mit sonstigen Partnern habe es Konsultationen gegeben.

    Analysten sehen darin auch eine Reaktion auf interne Spannungen, wie die «Berliner Zeitung» analysiert. Die Emirate hätten innerhalb der OPEC mehr Spielraum für eigene Investitionen in Förderkapazitäten gefordert, während Riad auf Angebotskürzungen drängte.

    Affront gegenüber Riad

    Das Verhältnis zu Saudi-Arabien ist bereits seit Jahren belastet. Hinzu kommen Vorwürfe der Emirate, die arabischen Nachbarn hätten sie während des Iran-Kriegs nicht ausreichend geschützt, so der «ORF».

    opec emirate
    Die Emirate forderten innerhalb der OPEC grössere Freiheiten für Investitionen in ihre Förderkapazitäten, während Riad auf Produktionskürzungen pochte. (Symbolbild) - depositphotos

    Für die USA ist der Schritt ein Erfolg. US-Präsident Donald Trump hatte der OPEC stets vorgeworfen, die Welt durch künstlich erhöhte Preise auszubeuten, berichtet «ZDFheute».

    Die Emirate förderten zuletzt rund 3,4 Millionen Barrel Öl pro Tag. Dies sind mehr als 16 Prozent der gesamten OPEC-Produktion, wie der «ORF» festhält.

    Kommentare

    User #7223 (nicht angemeldet)

    Die VAE sind weltweit der siebtgrösste Lieferant, mittelfristig ist wohl mit einem starken Abwärtsdruck durch das zusätzliche, nicht mehr kartellgebunde Angebot zu rechnen. Die VAE verlassen das Kartell explizit, um mehr Flexibilität zu haben und ihre enormen Produktionskapazitäten von derzeit ungenutzten Reserven auszuschöpfen. Das erklärte Ziel scheint tatsächlich, die Produktion schrittweise zu erhöhen und bis auf 5 Millionen Barrel pro Tag auszubauen. Wenn dieses zusätzliche Öl seinen Weg auf den Weltmarkt findet, drückt das naturgemäss den Preis. Ob es so kommt, wird man sehen. Es wird vor allem daran liegen, wie gut die VAE die Transportwege zu schützen wissen.

    User #5713 (nicht angemeldet)

    Das Rumgekrieche der arabischen Ölmonarchien vor den USA und Israel war ja nun in letzter Zeit sowieso nicht mehr mit anzusehen.

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