EasyJet stimmt Übernahmeangebot von Castlelake zu
EasyJet hat dem fünften Übernahmeangebot von Castlelake grundsätzlich zugestimmt. Nun sollen die Details des möglichen Deals ausgearbeitet werden.

Castlelake erhöhte sein Angebot auf 6,90 Pfund je Aktie und überzeugte damit den Verwaltungsrat der Billigfluggesellschaft nach mehreren Anläufen. Zuvor hatte EasyJet vier Offerten abgelehnt und den gebotenen Preis als zu niedrig für das Unternehmen eingestuft und bewertet.
Mit dem neuen Angebot wird die Fluggesellschaft insgesamt mit rund 5,2 Milliarden Pfund bewertet und deutlich höher als zuvor eingeschätzt. Beide Seiten wollen jetzt die Einzelheiten der geplanten Übernahme verhandeln und eine endgültige Vereinbarung gemeinsam vorbereiten und abschliessen.
Der Investor benötigt jedoch europäische Partner, um die Verkehrsrechte der Airline innerhalb der Europäischen Union dauerhaft sichern zu können. Wie «aerotelegraph» berichtet, soll Castlelake zunächst mit den früheren Luftfahrtmanagern Peter Bellew und Mark Breen zusammenarbeiten.
EasyJet bleibt wegen Vermögenswerten attraktiv
Zu den wichtigsten Vermögenswerten zählen moderne Airbus-Flugzeuge sowie wertvolle Start- und Landerechte an mehreren europäischen Flughäfen mit hoher Nachfrage. Besonders die Flughäfen in London, Mailand und Genf gelten für Investoren als strategisch bedeutende Standorte im europäischen Luftverkehr.
Grösster Anteilseigner bleibt die Familie des Unternehmensgründers Stelios Haji-Ioannou mit einer Beteiligung von 15,3 Prozent an der Fluggesellschaft. Das nachgebesserte Angebot liess EasyJet nach mehreren Ablehnungen schliesslich dennoch auf die Offerte des Investors eingehen und einlenken.
Wie «SRF» berichtet, hatte Castlelake zuvor bewusst Raum für weitere Verhandlungen gelassen und das Angebot anschliessend nochmals erhöht. Die Zustimmung gilt zunächst nur im Grundsatz und ersetzt noch keine endgültige Übernahmevereinbarung zwischen den beteiligten Parteien derzeit.
Offene Fragen zum weiteren Vorgehen
Welche Pläne Castlelake nach einer möglichen Übernahme tatsächlich verfolgt, bleibt bislang offen und sorgt in der Branche für Diskussionen. Beobachter verweisen auf den hohen Wert der Flotte sowie wichtiger Startrechte an bedeutenden europäischen Flughäfen für den Luftverkehr.
In der Branche gibt es deshalb Warnungen vor einer möglichen Zerschlagung der Fluggesellschaft nach einem erfolgreichen Eigentümerwechsel durch Investoren künftig. Gleichzeitig könnte die Transaktion zu den bedeutendsten Eigentümerwechseln der europäischen Luftfahrt der vergangenen Jahre überhaupt zählen und gehören.

Wie «aero.de» berichtet, befindet sich EasyJet trotz sinkender Börsenbewertung wegen ihrer Vermögenswerte weiterhin im Fokus internationaler Investoren und Analysten. Ob die Übernahme tatsächlich abgeschlossen wird, hängt nun von den weiteren Verhandlungen und regulatorischen Voraussetzungen beider Seiten ab.












