Der Digitalverband Bitkom rechnet im neuen Jahr mit bis zu 39.000 neuen Arbeitsplätzen in der Digitalbranche.
Präsentation auf Technikmesse CES
Präsentation auf Technikmesse CES - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Starkes Geschäft mit Hard- und Software sorgte 2021 für hohen Umsatz .

«Das Wachstum in der Informationstechnik spiegelt den Trend zu neuen Arbeitsplatzkonzepten wie Homeoffice und hybrides Arbeiten», erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg am Dienstag. Besonders hochwertige Technik werde stark nachgefragt. Für eine Begrenzung des Wachstums sorgen jedoch auch in diesem Jahr Lieferengpässe und ein Mangel an Fachkräften.

Der Branchenausblick fällt dennoch positiv aus: Der deutsche Markt für IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik wächst laut Berechnungen des Digitalverbandes im Jahr 2022 um 3,6 Prozent auf insgesamt knapp 185 Milliarden Euro. Bereits im Vorjahr war der Umsatz der Branche ähnlich stark um 3,9 Prozent auf 178,4 Milliarden Euro gewachsen. Insbesondere das gute Geschäft mit IT-Hardware und Software hatte für starken Umsatz gesorgt.

Auch in diesem Jahr werde der Markt für Informationstechnik besonders stark zulegen, prognostizierten die Bitkom-Experten. Für 2022 rechnen sie mit einem Plus von 5,9 Prozent, das stärkste Wachstum wird für den Softwaremarkt erwartet. Angetrieben vom Cloud-Geschäft prognostizieren die Experten hier ein Wachstum von neun Prozent.

Unter anhaltendem Druck steht laut Bitkom hingegen der Markt für Unterhaltungselektronik. Nach einem coronabedingten Plus im Jahr 2020 werden die Umsätze im Jahr 2022 voraussichtlich zum zweiten Mal in Folge schrumpfen, um 2,3 Prozent auf insgesamt neun Milliarden Euro. Stark entwickelte sich hingegen der Verkauf von Spielekonsolen: Dieser sei trotz Lieferengpässen 2021 zum zweiten Mal in Folge um 40 Prozent gestiegen, erklärte Berg.

Neben den Lieferengpässen macht der Digitalbranche auch der Fachkräftemangel zu schaffen: Die Nachfrage nach neuem Personal ist nach Bitkom-Angaben deutlich grösser als die prognostizierten 39.000 neuen Stellen. «Die Unternehmen könnten noch weitaus mehr Personal einstellen, aber es fehlt an Spezialistinnen und Spezialisten», erklärte Berg. Quer durch alle Branchen seien 96.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt, dies bedeute «weniger Wachstum, weniger Wertschöpfung und weniger Innovation».

Mit der Ankündigung eines «digitalen Aufbruchs» habe die neue Ampel-Koalition indes Erwartungen geweckt, erklärte der Digitalverband weiter. Die Bundesregierung solle nun eine ambitioniertere Digitalpolitik mit Schwerpunkten auf Verwaltung, Bildung, neuen Datenräumen und dem Ausbau der digitalen Infrastruktur verfolgen. Bis Ende 2023 solle die gesamte Kommunikation mit Behörden digital stattfinden und ein Recht auf digitale Bildung im Grundgesetz verankert werden. Zudem forderte der Digitalverband die Einführung einer digitalen Wallet, mit der Bürgerinnen und Bürger sich digital ausweisen können.

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