Deutsche Post will künftig als DHL firmieren
Die Deutsche Post will ihren Konzernnamen ablegen und künftig als DHL auftreten. Einen entsprechenden Antrag stellte der Vorstand bei der Hauptversammlung in Bonn am Dienstag vor. Der Namenswechsel dürfte zum 1. September mit der Eintragung ins Handelsregister wirksam werden. Die Zustimmung am Nachmittag galt als Formalie.

Konzernchef Tobias Meyer begründete den Schritt mit der Entwicklung vom Staatsbetrieb zu einem globalen Logistikkonzern. Heute entfällt nur noch etwa ein Fünftel des Geschäfts auf das klassische Brief- und Paketgeschäft, während internationale Sparten dominieren.
Die Umbenennung samt neuer Struktur kostet rund 37 Millionen Euro. Künftig tritt der Konzern auch an der Börse als DHL auf.
Der Name Deutsche Post bleibt jedoch für die neu geschaffene Deutschlandtochter erhalten, die das Brief- und Paketgeschäft verantwortet. Diese erhält einen eigenen Aufsichtsrat, zusätzliche Kosten liegen bei etwa drei Millionen Euro jährlich. Das bisherige Konstrukt als Holding wird damit aufgelöst, das Inlandsgeschäft steht künftig gleichrangig neben anderen Sparten.
Meyer betonte, für Beschäftigte ändere sich nichts bei Lohn oder Arbeitsbedingungen. Aktionärsvertreter äusserten dennoch Zweifel am Nutzen der Reform. Beobachter sehen in der neuen Struktur einen möglichen Schritt hin zu einer späteren Abspaltung des Briefgeschäfts, was der Konzernchef zurückwies.
Das Inlandsgeschäft gilt als Problemfeld: Im ersten Quartal 2026 sank der Betriebsgewinn deutlich, die Briefmenge brach um rund 13 Prozent ein. Kritik kam auch aus der Politik. Der SPD-Abgeordnete Sebastian Roloff nannte den Abschied vom traditionsreichen Namen international schwer nachvollziehbar.














