Die Importpreise in Deutschland stiegen um 16,5 Prozent an. Einen grossen Einfluss hat die Energie-Entwicklung: Der Preis von Erdöl nahm um 63,6 Prozent zu.
Erdöl
Eine Gestängetiefpumpe (auch Pferdekopfpumpe) für Erdöl im niedersächsischen Emlichheim. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland hat sich der Import drastische verteuert.
  • Laut der Einschätzung von Experten wird dies für die deutschen Konsumierenden spürbar.

Die deutschen Importe haben sich im August wegen deutlich höherer Preise für Öl und Gas stark verteuert. So stark wie seit 40 Jahren nicht mehr.

Die Einfuhrpreise stiegen um 16,5 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Eine kräftigere Zunahme gab es zuletzt im September 1981 im Zuge der zweiten Ölkrise (plus 17,4 Prozent). Im Juli hatte das Plus noch 15,0 Prozent betragen.

Höchste Inflation seit 1993

Experten erwarten, dass die teurer gewordenen Importe auch auf die Lebenshaltungskosten den deutschen Verbrauchern durchschlagen werden. Die Inflationsrate liegt aktuell mit 3,9 Prozent bereits auf dem höchsten Stand seit 1993. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass sie sich in den kommenden Monaten in Richtung fünf Prozent bewegen wird.

Die Preise von Erdöl stiegen um 63 Prozent

Der starke Anstieg der Importpreise geht vor allem auf die Entwicklung bei Energie zurück: Deren Einfuhr verteuerte sich um 93,6 Prozent im Vergleich zum August 2020. Bei Erdgas fiel der Preisaufschlag dabei mit 170,5 Prozent besonders stark aus. Bei Erdöl gab es ein Plus von 63,6 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energie stiegen die Einfuhrpreise nur um 9,8 Prozent.

Deutlich mehr musste auch für viele Vorleistungsgüter bezahlt werden. Eisenerze (plus 96,8 Prozent), gesägtes und gehobeltes Holz (plus 61,6) kosteten jeweils erheblich mehr als ein Jahr zuvor. Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (plus 57,7) sowie Rohaluminium (plus 42,6) kostete ebenfalls deutlich mehr. Auch die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter zogen merklich an: Naturkautschuk (plus 41,7 Prozent), Rohkaffee (plus 34,5) und Getreide (plus 25,6) waren erheblich teurer als im August 2020.

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