Commerzbank gibt dem Druck von UniCredit nach
Commerzbank beendet den Widerstand gegen UniCredit. Aufsichtsratschef Weidmann lädt zu Gesprächen ein – der Machtkampf scheint entschieden.

Der monatelange Abwehrkampf der Commerzbank ist offenbar beendet. Aufsichtsratschef Jens Weidmann hat UniCredit zu Gesprächen über eine mögliche Fusion eingeladen, berichtet «Wallstreet Online».
Weidmann liess dabei keinen Zweifel an der Lage: «Die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung sind klar», erklärte er laut «Börse Express».
Und weiter: «Es gibt keine Abkürzung über Berlin.»
UniCredit hält fast 50 Prozent an Commerzbank
UniCredit hält mittlerweile einen wirtschaftlichen Anteil von rund 48 Prozent an der Commerzbank. Wobei die Stimmrechte bei 49,7 Prozent liegen, meldet «Finanztrends».
UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte zuvor erklärt, eine vollständige Übernahme könne bereits im vierten Quartal 2026 erfolgen.
Er bezeichnete den Deal inzwischen als «strategische Transaktion» – nicht mehr nur als Finanzinvestition, berichtet «Börse Express».
Erste Gespräche für August geplant
Direkte Gespräche zwischen Commerzbank und UniCredit sind für den 6. August geplant, berichtet «Der Aktionär».
Orcel zeigte sich überzeugt, dass eine breite Einigung möglich sei.
Er verwies dabei auf soziale Auswirkungen, die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie die Finanzierung der deutschen Wirtschaftstransformation.
Zentrale Frankfurt und Jobs im Fokus
Weidmann fordert verbindliche Rahmenbedingungen für Beschäftigte, Aktionäre und Kunden, so «Wallstreet Online». Der Erhalt der Zentrale in Frankfurt und die Sicherung von Arbeitsplätzen stehen dabei im Mittelpunkt.

Politisch scheint der Weg für eine Fusion nicht länger blockiert. Bundeskanzler Merz erklärte Mitte Juli, eine politische Blockade schliesse er aus, berichtet «Börse Express».
UniCredit erwartet, dass die nötigen behördlichen Genehmigungen noch im vierten Quartal vorliegen könnten, so «Finanztrends». Orcel geht dem Vernehmen nach davon aus, dass die Commerzbank ab Januar mit der Umsetzung seiner Strategie beginnt.












