China droht EU mit Konsequenzen im Ceconomy-Streit
China droht der EU mit Gegenmaassnahmen im Streit um die Übernahme von Ceconomy durch JD.com – und blockiert Pekings Ermittlungsunterstützung.

Peking hat der Europäischen Union im Streit um die Ceconomy-Übernahme durch JD.com offen gedroht. Sollte die EU ihre Untersuchung fortsetzen, werde China entschlossen reagieren, wie die «Zeit» unter Berufung auf das chinesische Justizministerium berichtet.
Gleichzeitig verbot Peking Unternehmen und Einzelpersonen im Inland, die EU bei bestimmten Auskunftsersuchen zu unterstützen. Das chinesische Justizministerium wirft Brüssel vor, übermässige und nicht gerechtfertigte Informationen aus China verlangt zu haben, so die «Rhein-Neckar-Zeitung».
Zu Ceconomy gehören die Elektronikhändler MediaMarkt und Saturn mit über 1000 Filialen in Europa. Der Fall dreht sich laut «Retail-News» um die Foreign Subsidies Regulation der EU und deren Reichweite gegenüber China.
EU prüft mögliche Subventionsvorteile aus China
Die EU-Kommission untersucht seit Mai, ob JD.com bei der geplanten Übernahme von chinesischen staatlichen Subventionen profitiert hat.
Dabei stehen günstige Finanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüsse im Fokus, wie die «Zeit» festhält.
JD.com weist die Bedenken der EU-Kommission zurück. Das Bundeskartellamt hat die Übernahme bereits ohne Auflagen freigegeben, die EU-Prüfung läuft davon unabhängig, wie die «Rhein-Neckar-Zeitung» berichtet.
Milliardendeal mit geopolitischer Sprengkraft
JD.com bewertet Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro (etwa 2 Milliarden Franken). Es hat ein Angebot von 4,60 Euro (etwa 4,29 Franken) je Aktie unterbreitet, wie «Retail-News» berichtet.

China bezeichnet die EU-Ermittlungen als unzulässige extraterritoriale Ausübung europäischen Rechts. International tätige Unternehmen geraten so zwischen europäische Anforderungen und chinesisches Recht.
Der Fall gilt laut «Retail-News» als wichtiger Test für die noch junge Foreign Subsidies Regulation der EU. Sollte China die Zusammenarbeit seiner Unternehmen mit der EU dauerhaft einschränken, könnten künftige chinesische Übernahmen in Europa deutlich komplizierter werden.
















