Trotz eines massiven Markteinbruches der Kryptowährungen bleibt die Blockchain-Branche zuversichtlich. Industrievertreter nahmen in Zürich Stellung.
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trading - Marijan Murat/dpa/dpa-tmn

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Mittwoch fand in Zürich eine internationale Konferenz zu der Thematik statt.
  • Vertreter der Blockchain-Branche lassen sich von den Einbrüchen nicht entmutigen.

Der massive Markteinbruch an den Kryptomärkten der vergangenen Wochen hat die Blockchain-Branche offenbar nicht entmutigt. An einer internationalen Konferenz in Zürich unterstrichen namhafte Industrievertreter am Mittwoch ihr Vertrauen in die Zukunftsträchtigkeit der Kryptotechnologie.

Für die Branche handle es sich ja keineswegs um den ersten Bärenmarkt. Das betonte etwa Kris Marszalek, Chef der Kryptobörse Crypto.com, an einer Paneldiskussion am «Point Zero»-Forum in Zürich. Das war vom Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen (SIF) sowie den Behörden von Singapur organisiert worden.

Die Kryptoindustrie werde diese Zeit nutzen, um an den Anwendungen zu «bauen», gab er sich überzeugt: «Wer jetzt im Markt bleibt, wird die Industrie voranbringen.»

Viele Krypto-Tokens werden verschwinden

Die Kurse der grössten Kryptowährungen Bitcoin und Ether liegen mittlerweile rund 70 bzw. fast 80 Prozent unter den im vergangenen Jahr gesetzten Rekordmarken. Nach diesem Platzen der Blase dürften nun die fragwürdigeren Geschäftsmodelle aus dem Markt ausscheiden, so der CEO der Kryptobörse.

Die Kryptoindustrie war zuletzt vom Zusammenbruch des algorithmischen Stablecoins Terra wie auch von den Schwierigkeiten des Krypto-Verleihers Celsius erschüttert worden.

Generell dürften von den tausenden Krypto-Tokens wohl die Mehrheit verschwinden. So gab sich auch Brad Garlinghouse, CEO des auf die Finanzindustrie fokussierten Ripple-Protokolls überzeugt. Er nannte als Beispiel den Dogecoin, der als «Spasswährung» erfunden worden war und vor allem dank Tweets von Tesla-Gründer Elon Musk Unterstützer hat.

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Zwei Bitcoin-Münzen liegen auf einem Tisch. - Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Weiterentwickelt werden sollten dagegen die Anwendungen der «Decentralized Finance» (DeFi), hiess es. Unter dem Strich hätten die DeFi-Strukturen auch unter den derzeitigen Bedingungen funktioniert, betonte Mathias Imbach, CEO der Zürcher Kryptobank Sygnum. Die Anleger hätten aber lernen müssen, dass ebenso wie in der traditionellen Finanzwelt auch in der Kryptowelt hohe Verschuldungsquoten gefährlich seien - und auch, dass man bei sehr hohen Renditeversprechen misstrauisch werden müsse.

Lob gab es von den Vertretern der Kryptoindustrie für die Regulierung in der Schweiz wie auch in Singapur. Die Kryptoindustrie wolle sich durchaus innerhalb von Regeln bewegen, betonte etwa Marszalek. Ein Mangel an Klarheit nütze schlussendlich niemandem, sagte er mit Verweis an die Situation etwa in den USA.

Noch Handlungsbedarf sah der Leiter der Finanzmarktaufsicht Finma, Urban Angehrn, in Bezug auf den Konsumentenschutz. Nicht zuletzt im Kryptohandel brauche es mehr Transparenz und klare Handelsstrukturen - heute erinnere dieser eher an den US-Aktienmarkt des Jahres 1928.

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