Beton: Stabilisator auf der Schiene, Problemfaktor auf der Strasse

Keystone-SDA
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Zürich,

Der Einsatz von Beton im Verkehrssystem zeigt im Kontext von Hitzewellen ein ambivalentes Bild: Während das Material im Bahnbereich zur Stabilisierung beiträgt, kann es im Strassenbau unter bestimmten Bedingungen zur Belastung werden.

Betonmischer
Ein Fahrmischer LKW liefert Beton auf einem Baufeld. - keystone

Bei den SBB etwa werden im Gleisbau zunehmend Beton- anstelle der herkömmlichen Holzschwellen eingesetzt. Die Betonschwellen absorbieren die durch Hitze verursachten Kräfte besser und reduzieren die Gefahr von Gleisverwerfungen.

Die stabilere Bauweise trägt dazu bei, dass sich die Schienenlage auch bei hohen Temperaturen weniger stark verändert. Ergänzt wird die Hitzebekämpfung im Bahnnetz punktuell durch technische Massnahmen wie das gezielte Kühlen der Gleise mit Wasser aus Spezialwagen.

In Grossbritannien und Italien werden Schienen weiss gestrichen, um Hitze zu reflektieren statt aufzunehmen. Die SBB hat diese Technik nach einer Prüfung verworfen: Die Temperaturreduktion von rund 5 Grad sei im Verhältnis zu den Kosten zu gering. Zudem seien allfällige Risse im Schienenprofil für Streckenaufseher schwerer erkennbar, und der Nutzen der weissen Farbe nehme mit zunehmender Verschmutzung ab.

Im Strassenraum erweist sich Beton hingegen unter extremen Temperaturen oft als Problemquelle. In älteren Strassenabschnitten, in denen unter dem Asphalt noch Betondielen vorhanden sind, können sich bei starker Hitze zusätzliche Spannungen im Unterbau bilden. Diese können in seltenen Fällen zu lokalen Fahrbahnanhebungen führen.

Solche Konstruktionen sind heute nur noch auf wenigen Restabschnitten des Nationalstrassennetzes vorhanden und werden im Rahmen laufender Unterhaltsprogramme schrittweise ersetzt. Moderne Strassenbeläge gelten hingegen als deutlich widerstandsfähiger gegenüber hohen Temperaturen.

Insgesamt zeigt sich damit eine unterschiedliche Rolle desselben Baustoffs in zwei Verkehrssystemen: Während Beton im Bahnnetz zur Stabilisierung gegen Hitzebelastungen beiträgt, kann er im Strassenunterbau unter spezifischen historischen Bauweisen selbst zur Schwachstelle werden.

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Kommentare

User #5347 (nicht angemeldet)

Der Beitrag vermischt zwei technisch kaum vergleichbare Sachverhalte. Betonschwellen im Gleisbau «absorbieren» nicht einfach die durch Hitze verursachten Kräfte. Bei Gleisverwerfungen sind vor allem die Temperaturspannungen in lückenlos verschweissten Schienen, der Zustand des Oberbaus, die Schienenbefestigungen und der Widerstand des Schotterbetts entscheidend. Betonschwellen leisten einen wichtigen Beitrag zur stabilen Lage des Gleises, sind aber nicht der Gegenpol zu einem angeblichen «Betonproblem» auf der Strasse. Auch bei den erwähnten Strassen geht es nicht um heutige Betonstrassen, sondern um wenige ältere Konstruktionen mit Betonplatten unter einer Asphaltschicht. Werden deren Fugen und Bewegungsmöglichkeiten über Jahrzehnte eingeschränkt, können sich bei grosser Hitze Spannungen aufbauen und lokale Anhebungen verursachen. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Aussage ableiten, Beton sei im Strassenbau bei Hitze eine Problemquelle. Moderne Betonfahrbahnen werden so geplant, dass temperaturbedingte Bewegungen über die Konstruktion und die Fugen aufgenommen werden können.

User #3131 (nicht angemeldet)

Was für ein Vergleich. Klatsch, Handfläche zur Stirn.

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