Backwarenkonzern Aryzta entzückt mit Vorabzahlen die Börse
Der sich im Turnaround befindliche Backwarenkonzern Aryzta hat seine im Herbst gesenkten Ziele für das Geschäftsjahr 2025 erreicht oder übertroffen. Erste Vorabzahlen stimmten Analysten positiv und sorgten an der Börse für ein Kursfeuerwerk.

Das für die Marke Hiestand bekannte Unternehmen erwartet für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 ein organisches Umsatzplus im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich und einen Betriebsgewinn (EBITDA) von über 305 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit minim weniger gerechnet. Die Finanzierungskosten lagen mit 42 bis 44 Millionen Euro deutlich unter früheren Annahmen.
Geprüfte Jahreszahlen will der Konzern am 2. März vorlegen. Mit der erstmaligen Vorabveröffentlichung gewisser Kenngrössen wollte das Management Unsicherheiten über die Geschäftsentwicklung nach den Veränderungen im Herbst ausräumen, wie Finanzchef Martin Huber an einer Telefonkonferenz sagte.
Im Oktober hatte Aryzta überraschend seine Ziele teils nach unten angepasst und CEO Michael Schai nach nur neun Monaten Knall auf Fall entlassen. Er hatte offenbar die Kosten zu wenig im Griff. Danach übernahm Verwaltungsratspräsident Urs Jordi die Leitung des Unternehmens erneut interimistisch – wie schon während der Sanierungsphase von 2020 bis Ende 2024.
Vom Management hiess es nun, die in Angriff genommenen Kostenprogramme seien auf Kurs und die Strukturen in der Schweiz weitgehend optimiert, was zu einer besseren Profitabilität beigetragen habe.
Für 2026 stellte Aryzta weiteres organisches Wachstum in Aussicht. Neue Produktionslinien in Deutschland, Malaysia und der Schweiz sowie abgeschlossene Preisverhandlungen mit Grosskunden stützten den Ausblick. Parallel plant der Konzern Investitionen von rund 40 Millionen Euro in eine neue Brötchenbäckerei in Portugal nahe Lissabon, die 2028 in Betrieb gehen soll. Gemäss Informationen eines Analysten der Zürcher Kantonalbank will man von dort den Grosskunden McDonald's beliefern.
An der Börse reagierten Anleger positiv: Die Aktie legte am Vormittag um gut zehn Prozent auf 55 Franken zu. Analysten begrüssten vor allem den höheren frei verfügbaren Geldzufluss und die Fortschritte bei den Sparprogrammen.






