Armasuisse vergibt 60-Millionen-Auftrag ohne Ausschreibung an SBB
Der Bund hat SBB Cargo einen Grossauftrag über rund 60 Millionen Franken ohne öffentliche Ausschreibung erteilt. Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) begründet dies mit der Einzigartigkeit des Angebots.

Der Auftrag umfasse Transporte von Treibstoff, Panzerfahrzeugen und weiterem Material für die Logistikbasis der Armee, bestätigte Armasuisse am Montagabend einen entsprechenden Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung (NZZ)» auf Anfrage von Keystone-SDA. Die Vergabe erfolgte freihändig, obwohl das Beschaffungsrecht bei Leistungen über 230'000 Franken grundsätzlich eine öffentliche Ausschreibung vorsieht.
Armasuisse begründete die direkte Vergabe damit, dass 60 Prozent des Auftragsvolumens den Verkehr mit einzelnen Güterwagen (WLV) betreffe, schrieb deren Sprecherin Daniela Renzo. Dieser Auftrag setze ein flächendeckendes Netz mit Rangierbahnhöfen und Anschlussgleisen voraus. SBB Cargo sei gegenwärtig das einzige Bahnunternehmen in der Schweiz, das ein solches Netz betreibe und alle relevanten Militärstandorte regelmässig bedienen könne.
Die Vergabe sei im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen erfolgt, betonte Armasuisse. Die übrigen Leistungen (40 Prozent) stünden in einem engen betrieblichen Zusammenhang mit dem Wagenladungsverkehr und bildeten einen Teil derselben Transport- und Logistikkette. Eine integrierte Vergabe sichere die effiziente Planung und Abwicklung aus einer Hand.
Zudem verwies Armasuisse in der NZZ auf die besondere Rolle der SBB, die in Krisen- und Katastrophenfällen die Koordination für alle Schweizer Bahnen übernehme. Dies solle eine reibungslose Zusammenarbeit auch in Ausnahmesituationen gewährleisten. In Deutschland oder Frankreich greife das Militär für Logistikaufgaben wie Panzertransporte ebenfalls auf die Gütersparten der Staatsbahnen SNCF und Deutsche Bahn zurück.










