Air France-KLM verdient weniger und drosselt Wachstum
Air France-KLM hat im zweiten Quartal wegen deutlich höherer Treibstoffkosten einen Gewinneinbruch erlitten und nimmt seine Wachstumspläne für das laufende Jahr zurück. Der Konzern will sein Flugangebot weniger stark ausbauen als bisher geplant.

Der Überschuss sank um 71 Prozent auf 190 Millionen Euro, wie der französisch-niederländische Luftfahrtkonzern am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz legte dagegen um rund 10 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro zu.
Die Treibstoffkosten stiegen im Quartal gegenüber dem Vorjahr um mehr als 800 Millionen Euro beziehungsweise fast 50 Prozent auf über 2,4 Milliarden Euro. Mit höheren Ticketpreisen konnten davon rund 85 Prozent aufgefangen werden. Zudem profitierte der Konzern von einer anhaltend starken Nachfrage nach Premiumklassen sowie vom Frachtgeschäft. Besonders gefragt seien Flüge von und nach Asien sowie Nordamerika gewesen.
Für das Gesamtjahr rechnet Air France-KLM nur noch mit einem Kapazitätsausbau von 2 bis 3 Prozent statt bisher 2 bis 4 Prozent. Damit reagiert der Konzern nach eigenen Angaben auch auf den intensiveren Wettbewerb durch Billigfluggesellschaften. Gegen Jahresende soll die Zahl der Flüge auf besonders stark umkämpften Europastrecken reduziert werden. Finanzchef Steven Zaat nannte dabei unter anderem Düsseldorf und London als Beispiele.
Im ersten Halbjahr rutschte Air France-KLM mit einem Nettoverlust von 61 Millionen Euro in die roten Zahlen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 401 Millionen erzielt worden war. Belastet wurde das Ergebnis auch durch die Auswirkungen des Nahostkriegs auf den Luftverkehr. Gleichzeitig senkte der Konzern die Prognose für die Treibstoffkosten 2026 von 9,3 auf 8,9 Milliarden US-Dollar. Die Aktie legte im frühen Handel um rund 2 Prozent zu.










